1,1 Millionen Rentner haben einen Minijob – vielen droht pandemiebedingt Armut

1.055.604 Personen im Alter von mehr als
65 Jahren übten zum 31.12.2019 eine geringfügige Beschäftigung im gewerblichen
Bereich aus. Hinzu kamen 50.155 ältere Minijobberinnen und Minijobber mit
Tätigkeiten in Privathaushalten. Rund die Hälfte waren jeweils Männer (573.929)
und Frauen (531.830). Das geht aus der Statistik der Minijob-Zentrale hervor,
die Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE
LINKE. im Deutschen Bundestag, ausgewertet hatte. Zimmermann ist auch
Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Zimmermann erklärt zu diesen Zahlen: „Viele ältere Menschen sind gezwungen, sich zu ihrer
kleinen Rente noch etwas hinzuzuverdienen. Für viele von ihnen ist die
Corona-Krise eine existenzielle Bedrohung: Zahlreiche Minijobs brechen nun weg;
eine soziale Absicherung gibt es nicht. Auch wo der Minijob erhalten bleibt,
sind einige Tätigkeiten mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden, das
ältere Menschen zwar nicht eingehen sollten, aus finanziellen Gründen aber
weiterhin eingehen müssen. Die aktuelle Krise zeigt zweierlei: Zum einen sind
Minijobs eine riskante und prekäre Beschäftigungsform, weil der Schutz der Arbeitslosenversicherung
fehlt – das gilt für alle Altersgruppen. Zum anderen bietet nur eine gute
gesetzliche Rente wirkliche Sicherheit im Alter. Ein Minijob im Alter kann
Einbußen bei der gesetzlichen Rente nicht verlässlich ausgleichen.“

Zimmermann weiter: „Als Sofortmaßnahme
braucht es rückwirkend zum 1. März einen Pandemiezuschlag von 200 Euro auf die
Grundsicherung im Alter sowie für alle, denen nun Grundsicherungsbezug droht.
Ferner muss so schnell wie möglich die solidarische Mindestrente von 1.050 Euro
eingeführt werden, wie sie DIE LINKE. schon lange fordert. Auch die Grundrente
darf keinesfalls noch weiter hinausgezögert werden, sondern sie muss zum
1.1.2021 kommen – und zwar in deutlich verbesserter Form. Hunderttausende
warten bereits zu lange darauf. Mittelfristig gilt es, das Rentenniveau wieder
auf 53 Prozent zu erhöhen. Niemand darf im Alter mehr auf einen Zuverdienst
angewiesen sein. Minijobs müssen generell durch sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung ersetzt werden, mit dem vollen Schutz der
Arbeitslosenversicherung.“

1.055.604 Personen im Alter von mehr als 65 Jahren übten zum 31.12.2019 eine geringfügige Beschäftigung im gewerblichen Bereich aus. Hinzu kamen 50.155 ältere Minijobberinnen und Minijobber mit Tätigkeiten in Privathaushalten. Rund die Hälfte waren jeweils Männer (573.929) und Frauen (531.830). Das geht aus der Statistik der Minijob-Zentrale hervor, die Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der FraktionRead More