Alleinlebende massiv durch Armut bedroht – Sonderzahlung jetzt!

Der Anteil alleinlebender Menschen, die von Armut bedroht sind, ist in den vergangenen Jahren massiv gestiegen: Waren im Jahr 2006 noch 21,7% der Singels betroffen stieg der Anteil in 2016 auf 26,5%. Noch drastischer ist der Anstieg bei den Rentnerner*innen: Dort stieg die Zahl von 15,1% auf 24%. (Quelle)

Es zeigt sich, dass die Bundesregierung mehr als ein Jahrzehnt bei der stillen Verarmung ganzer Bevölkerungsgruppen zugeschaut hat, ohne effektiv etwas dagegen zu unternehmen. Durch die Corona-Krise ist eine Verschärfung dieser Abwärtsspirale zu erwarten. Auch jetzt ist nichts von der Bundesregierung zu hören, um den Betroffenen in der schwierigen Notlage Unterstützung zu leisten.

 

Eine Katastrophe für Geringverdienende

„Besonders für die Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung ist die Corona-Pandemie eine Katastrophe. Es gelingt den Menschen in dieser Situation nur schwer, sich finanziell über Wasser zu halten“, konstatiert Christiane Tenbensel, sozialpolitische Sprecherin von DIE LINKE NRW, und fordert: „Um soziale Härten in der Pandemie etwas abzumildern, ist eine Sonderzahlung für die Ärmsten dringend notwendig.“

Finanziell benachteiligte Menschen wie Hartz-IV-Bezieherinnen und -Bezieher, Geringverdienerinnen und Geringverdiener sowie Alleinerziehende sind besonders stark von Einkommensrückgängen und coronabedingten Mehrausgaben – wie dem Kauf von Desinfektionsmitteln und Mund-Nase-Schutzmasken – betroffen. Dass Jobcenter die Übernahme für diese Mehrkosten ablehnen, ist nicht hinnehmbar. Der Hinweis, man könne die Masken aus Stoffresten selbst herstellen, ist eine Unverschämtheit.

Des Weiteren sind Leiharbeitende, Minijoberinnen und Minijobber sowie anderweitig prekär Beschäftige am häufigsten von Jobverlust bedroht und betroffen.

 

Unsere Forderungen

Deshalb fordert die LINKE NRW:

• die Absicherung dieser Menschen mit einem Corona-Zuschlag von mindestens 100 Euro pro Monat für die gesamte Pandemiezeit,

• die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent des Nettoentgelts,

• Kinder- und Jugendarbeit muss auch in Krisenzeiten mit Angeboten erreichbar sein, um insbesondere Kinder aus schwierigen Elternhäusern aufzufangen,

• Kündigungen von Mietverträgen aufgrund von pandemiebedingten Mietschulden müssen verhindert werden.

„Es ist nicht nur dringend notwendig, die Reichen und Superreichen zu einer solidarischen Corona-Abgabe zu verpflichten, ebenso notwendig ist es, auch die Ärmsten durch einen Zusatzbonus zu entlasten“, so Christiane Tenbensel abschließend.

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