Anke Domscheit-Berg, MdB: Kita nach Corona

Nach der Grundschule besuchte ich in Premnitz meine alte Kita „Waldhaus“ am Dachsberg. Ich war dort 1974 das letzte Mal. Mich empfing die Leiterin Kathleen Rose, anwesend waren auch Frank Schwengbeck vom Träger AWO, sowie Anne Kremp, eine Vertreterin der Stadtverwaltung.

Unsere Themen waren die Kitasituation allgemein, die Auswirkungen der Corona-Krise aber auch über Bildung im weiteren Sinne und über Zukunft haben wir miteinander gesprochen.

Für mich war das kein Termin wie alle anderen, denn alte Erinnerungen wurden wach. Ich habe nicht sehr viele an diese Zeit, aber die Bilder von Sand, Kiefernzapfen (die wir Kienäppel nannten) und vom Spiel unter Kiefern waren lebendig u da hat sich in den vergangenen Jahrzehnten wenig verändert. Auch heute wird unter Kiefern im Sand gespielt.

Es war schön, die Kinder nach der langen, Corona bedingten Kitaschließung wieder miteinander spielen zu sehen. Viele haben ihre Freund:innen sehr vermisst. Die Mitarbeiter:innen haben alles versucht, auch in der Schließzeit Kontakt zu den Kindern zu behalten, die nicht zur Notbetreuung kommen konnten. Sie telefonierten wöchentlich mit den Kindern, emailten mit Eltern, hängten Spielmaterial zum Mitnehmen an den Kitazaun und brachten Osterüberraschungen nach Hause.

Zurzeit gibt es 69 Kinder dort, 20 davon sind Krippenkinder unter 3 Jahren. Noch in diesem Jahr ist ein Ausbau um 20 weitere Plätze geplant, denn Anne Kremp bestätigte, dass auch in Premnitz der Bedarf steigt.

Frank Schwengbeck erzählte von den Herausforderungen für den Träger AWO, der in der Region für 27 Kitas zuständig ist und einen Krisenstab aufsetzte, um die neue Situation zu bewältigen. Aber ihn beschäftigen auch grundsätzliche Fragen, zB warum Schäferhunden ein Mindestplatzbedarf von 6qm zusteht, Kita-Kindern aber nur 3,5qm – und bei diesem Raumbedarf werden die Erzieher:innen nicht einmal mitberücksichtigt. Das kann wohl niemand verstehen.

Die Kitaleiterin kritisierte völlig zu Recht, dass die erforderlichen Kinderbetreuungsstunden jedes Quartal neu festgestellt werden und daher auch die Personalkostenerstattung jedes Quartal schwankt. So müssen Personaleinsatzpläne ständig geändert werden und Betreuungskräfte haben keine Planungssicherheit, weder zu den Arbeitszeiten, noch zum eigenen Einkommen, denn auch das schwankt entsprechend. Ich hatte davon bisher noch nicht gehört und verstehe nicht, warum sich keine flexiblere Lösung finden ließ.

Zum Schluss zeigte mit Kita-Leiterin Rose noch alte Fotos der Kita, wo ich in schwarz-weiss sehen konnte, wie sie früher aussah, als ich dort selbst mit Kienäppeln spielte.

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