Anke Domscheit-Berg, MdB: Praktikumsbericht unseres Schülerpraktikanten Ben Berger

In allen Schulen im Land Brandenburg ist es verpflichtend, in einen Betrieb/einer Arbeitsstelle freier Wahl ein Schülerbetriebspraktikum von insgesamt zwei Wochen zu absolvieren. Dabei sollen die eigenen Wünsche, Interessen und die damit verbundenen Fähigkeiten ergründet und ggf. weiterentwickelt werden. Ich bin Ben Berger, Schüler an der Immanuel-Kant-Gesamtschule in Falkensee. Zur Zeit besuche ich dort die neunte Klasse.

Wer ich bin und wie es dazu kam:

Bereits seit der Grundschule interessierte ich mich für politische sowie juristische Angelegenheiten, was sich mit der Zeit vertiefte und verfestigte. Daher absolvierte ich schon vor diesem Praktikum einen „Zukunftstag“ in einem Abgeordnetenbüro des Bundestages. Dort konnte ich, zwar nur für einen Tag, grob die zusammengefasste Arbeit der Angestellten vermittelt bekommen. Da besagter Zukunftstag mein Interesse vergrößerte, entschied ich mich, mein Praktikum wieder in einem Abgeordnetenbüro zu absolvieren.

Mein Praktikumsplatz:

Meinen Wunsch konnte ich glücklicherweise umsetzen und hatte ab 28.09. für zwei Wochen mein Praktikum im Büro der Bundestagsabgeordneten Frau Anke Domscheit-Berg. Das Büro besteht insgesamt aus drei Räumen: das Büro der Abgeordneten, wo auch ich arbeiten konnte, das Büro der Büroleitung sowie das Büro der beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen und der Sachbearbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit. Die Atmosphäre war allgemein entspannt und freundschaftlich. Mit den drei Wahlkreisbüros der Abgeordneten und den dort angestellten Mitarbeiter:innen hatte ich in der Praktikumszeit wenig zu tun.

Ziel und Aufgabe des Berliner Büros ist es, die Abgeordnete bestmöglich auf ihre bevorstehende Arbeit vorzubereiten und Informationen und anderes für sie vorzusortieren sowie aufzubereiten. Dazu zählen unter anderem die Vorbereitung von Sitzungen und Tagesordnungspunkten und das Vorlegen von relevanten Einladungen zu fachspezifischen Veranstaltungen. Weitere Aufgaben der wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen sind das Verfassen von Anträgen und die damit einhergehenden redaktionellen Abstimmungen innerhalb der Fraktion. Die Büroleiterin stimmt die gesamte Büroarbeit ab, also die Terminplanung der Abgeordneten, und befasst sich mit der sonstigen Koordinierungsarbeit. Die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt sich vor allem mit dem Verwalten einiger digitaler Präsenzen (Facebook, YouTube und Co.) sowie mit dem Produzieren und Ausfertigen von Informationsvideos für die externe Kommunikation der Abgeordneten.

Meine Praktikumszeit:

Gleich ab dem ersten Tag konnte ich gute und interessante Einblicke in die verschiedenen Aufgaben innerhalb des Büros gewinnen. Anfangs bestand meine wesentliche Arbeit darin, mich mit der Umgebung sowie mit den Aufgaben der Mitarbeiter:innen vertraut zu machen. So konnte ich gleich zu Beginn an fraktionsinternen Arbeitsgruppen sowie deren übergeordneten Arbeitskreisen teilnehmen und mir einen Eindruck von den allgemeinen Abläufen sowie von fachlichen Schwerpunkten machen, die im übrigen hauptsächlich auf Digitalisierung liegen, da dies die fachpolitische Richtung der Abgeordneten ist.

Nach dem Verschaffen eines groben Überblicks erhielt ich detailliertere Einblicke in die konkrete Arbeit und Arbeitsschritte der einzelnen Mitarbeiter:innen, bspw. das Verfassen eines Sondervotums zum Endbericht der Enquete-Kommission für künstliche Intelligenz, das Vorausplanen einer Büroklausur (mit dem Berliner Büro und dem Wahlkreisbüro), das Vorbereiten, Produzieren und Aufbereiten von sog. „Auschussreport“-Videos, die die Abgeordnete nach jedem Digitalausschuss erstellt und auf YouTube veröffentlicht, sowie das Ausarbeiten von fraktionsinternen Positionspapieren.

Dabei konnte ich auch eigene Aufgaben übernehmen. Diese bezogen sich z.B. auf das Lesen des bereits erwähnten Sondervotums und Anmerken von Verbesserungsvorschlägen sowie meines Eindrucks als Außenstehender, aber auch das Recherchieren von Daten und Fakten zu verschiedensten Fachthemen (z.B. Frauenanteile an Bundesgerichten, Anteile von Ostdeutschen als Hochschulrektor:innen sowie Redakteur:innen), das Suchen, Sortieren und Übertragen von Daten (z.B. zu Wahlkreisterminen der Abgeordneten).

Was ich nun abschließend mitnehme:

Insgesamt fand ich es toll und würde es jederzeit nochmal machen, sogar einer längeren Praktikumszeit wäre ich nicht abgeneigt. An sich hat es mich nur noch in meiner Auffassung bestärkt, zu späterer Zeit beruflich in den politischen Bereich zu gehen. Ebenfalls war die Atmosphäre untereinander angenehm.

Bedauerlich war allerdings der Beginn des Praktikums, weil da Aufgaben für mich noch nicht gut gefunden werden konnten, was allerdings aufgrund der kurzfristig notwendig gewordenen Quarantäne der Abgeordneten nicht zu verhindern war. Andere könnten die faktisch anfallenden Arbeitszeiten abschrecken, die durchaus eine Leidenschaft für diese Arbeit erfordern.

Da aufgrund meiner Schulzeit leider die Möglichkeit der Beschäftigung als studentische Hilfskraft u.ä. wegfällt, werde ich überlegen, ob ich nicht auf andere Weise weiterhin in dieser Richtung aktiv sein kann, bspw. als Wahlkampfhelfer für die bald anstehenden Wahlen.

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