Anke Domscheit-Berg, MdB: Start up im Grünen: Märchenhafter Freihafen Mildenberg

Sonnenschein und eine idyllische Natur – so ist eine Abgeordneten Sommertour durch den Wahlkreis am Schönsten! Am 21.7.2020 hatte ich genau dieses Glück, beim Besuch des Freihafen Mildenberg bei Zehdenick, nordöstlich von Berlin. Ich kenne und schätze die idyllische Gegend der alten Ziegeleiregion schon länger, aber diesen märchenhaften Flecken kannte ich noch nicht. Dort hat Inhaberin Claudia Langer einen Zeltplatz mit Kanustation aus dem Boden gestampft, der einfach ein Traum ist. Claudia Langer kenne ich seit vielen Jahren, aber aus ganz anderen Zusammenhängen, unter anderem als Herausgeberin des Buchs „Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen!“ und vor allem als Gründerin der Internetplattform Utopia.de, ihre Themen waren immer Nachhaltigkeit, Ressourcensparsamkeit und eine generationengerechte Zukunft, wir haben schon auf Podiumsdiskussionen über solche Themen zusammen diskutiert und liefen uns immer wieder über den Weg.
In Mildenberg betreibt sie seit kurzem den idyllischen Freihafen, der an drei Seiten von Wasser umgeben ist und Kaffee ab 5 Uhr zu bieten hat, aber auch Frühstück, warmes Essen bis abends um 21 Uhr, eine

kleine Bar mit Biergarten, Kanus, Betten unter Baumdächern mit Blick auf plätschernde Wellen, Bänke mit den schönst möglichen Blicken auf das Brandenburg, das man aus Naturtourismusbroschüren kennt. Wer kein eigenes Zelt aufschlagen will und es gern etwas bequemer hat, für den gibt es fertig eingerichtete „Glamping“ Zelte – eine Wortschöpfung aus Glamour und Camping, denn neben bequemen, richtigen Matratzen finden sich in den geräumigen Zelten auch Lümmelsessel, Kommoden und Troddellampen. Dieser Blogpost klingt wie ein Werbetext für den Freihafen, aber wer einmal dort war, wird verstehen, dass man kaum anders darüber schreiben kann, ich war einfach geflasht von so viel brandenburger Schönheit an einer Stelle! (Und nein, ich bekomme keine Provision ;-))
Der Freihafen liegt direkt am Radfernweg Berlin-Kopenhagen, vom Bahnhof Zehdenick ist er in 15 Minuten mit dem Fahrrad erreichbar, der RB12 verbindet Zehdenick mit Berlin. Der Bahnhof in Gransee ist auch nur 13km entfernt, von dort aus ist man mit dem RE5 in 40 Minuten in Berlin Gesundbrunnen. Im letzten Jahr war ich im Ziegeleipark, wo zum zweiten Mal das Chaos Communications Camp stattfand (Siehe Beitrag zum CCC-Camp-2019), im Jahr davor war ich im dortigen Hafen zu Besuch. Vom Freihafen zum Ziegeleipark braucht man mit dem Kanu eine Stunde – so hat man ein touristisches Highlight ganz in der Nähe. Für Claudia Langer ist daher die Vernetzung dieser Anziehungspunkte wichtig, sie sagt: “Wir sind keine Konkurrenten und helfen uns gegenseitig” Die Touristiker haben ja auch viele gleiche Herausforderungen, z.B. den Fachkräftemangel, der deshalb besonders dramatisch ist, weil man nur Jobs im Saisonbetrieb anbieten kann.
Aber das möchte die Gründerin ändern, und ein altes Gebäude zu Ferienwohnungen und Seminarräumen umbauen, was einen Ganzjahresbetrieb ermöglichen würde. Allerdings liegen da noch große Steine auf ihrem Weg, denn dafür braucht es eine Umnutzungsgenehmigung und das Baurechts ist ein Thema für sich. Ohne Unterstützung der Verwaltung und Stadtverordneten wird es nicht gehen, da werden noch viele Gespräche nötig sein und hoffentlich wird am Ende ein Kompromiss stehen, denn Ganzjahresarbeitsplätze vor Ort wären für die Region wichtig. Auch bei der Suche nach Mitteln der Wirtschaftsförderung steht Claudia Langer noch in den Startlöchern. Ich würde mich freuen, wenn es gelingt, den sich dort entwickelnden, naturnahen sanften Tourismus zu verstetigen. Der Platz hat einen einmaligen Charme, weil sich dort eine idyllische Lage mit liebevoller und origineller Gestaltung paart. Ich habe mir fest vorgenommen, ich komme wieder, dann aber privat, denn dieses eine Bett unter freiem Himmel mit Aussicht auf das Wasser und den Sonnenuntergang, das hat es mir angetan…

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