Anke Domscheit-Berg, MdB: Vorstellung zur Kandidatur für den 2. Listenplatz für die Liste Brandenburg, Bundestagswahl 2021

Meine Bewerbung als PDF – Barrierefreier Text siehe unten.

Meine Rede zur Bewerbung als LINKE Direktkandidatin im Wahlkreis 58 vom 10. Oktober 2020

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Text meiner Bewerbung in einer barrierefreien Version:

Politik mache ich aus Überzeugung, weil ich glaube, dass man die Welt verändern kann.

Vor 53 Jahren im Havelland geboren, in Märkisch-Oderland aufgewachsen und seit fast einem Jahrzehnt in Oberhavel zuhause, bin ich mit Leib und Seele Brandenburgerin, auch wenn meine ostdeutsche Biographie die üblichen Knicke hat. In Sachsen habe ich noch in der DDR Textilkunst studiert, später nach Wende im Westen und in England Internationale Betriebswirtschaft. In Frankfurt/Oder arbeitete ich in einer Textil-Handwerksgenossenschaft, nach der Wende bei einem Reiseveranstalter in Hessen und fast 14 Jahre in der IT-Industrie, bevor ich mich 2011 als Publizistin und Buchautorin vor allem zu den Themen Digitalisierung und Geschlechtergerechtigkeit selbstständig machte. Meine Freizeit verbringe ich mit ehrenamtlichem Engagement, im Garten oder mit textilen Handarbeiten, in der dem perfekten Ausgleich zu meiner politischen Arbeit. Ich bin verheiratet, habe einen Sohn und teile mein Fürstenberger Zuhause mit 6 Katzen.


Liebe Genossinnen und Genossen,

Weil Ihr mir bei der Bundestagswahl 2017 Euer Vertrauen gegeben habt, bin ich seit 3,5 Jahren Mitglied der Linksfraktion. Ich war sehr froh, mit Kirsten, Thomas und Norbert erfahrene Abgeordnete an meiner Seite zu wissen, denn es gibt viel zu lernen, bis man den Bundestag und seine Prozesse so gut versteht, dass man fachlich und politisch auch als Mitglied der Opposition dort etwas bewegen kann.

Nun möchte ich meine Erfahrungen in einer zweiten Legislatur nutzen und bewerbe mich bei Euch um den Listenplatz 2. Meine inzwischen bundesweite fachliche Anerkennung möchte ich dafür einsetzen, dass sich unsere Sichtbarkeit bei einem zentralen Zukunftsthema weiter erhöht und dazu beitragen, dass wir als Partei der Zukunft verstanden werden, als diejenige, die als einzige digitale mit sozialer und ökologischer Kompetenz verbindet. Die Pandemie zeigte die Rückständigkeit der Digitalisierung in Deutschland wie in einem Brennglas. Diese hat eben nicht nur mit autonomen Autos, militärischen Drohnen, Industrie 4.0, Überwachungskameras oder mit Hass im Netz zu tun. Es geht auch um Bildungsgerechtigkeit beim Distanzlernen, um die Arbeitsfähigkeit von Gesundheitsämtern, um das online Beantragen von Überbrückungshilfen oder Buchen von Impfterminen, um Home Office, wenn das Internet zu langsam ist und darum, wie sich digitale Konzerne an der Krise bereichern, aber weiterhin kaum Steuern zahlen.

Es geht darum, Digitalisierung gemeinwohlorientiert zu gestalten. Wir müssen deshalb gemeinsam dafür kämpfen, dass die digitale Revolution mit einer sozialen Revolution verknüpft wird und dass alles dafür getan wird, die Klimakrise zu bewältigen. Dafür braucht es eine linke Zukunftsstrategie mit einem „Roten Faden“. So heißt z.B. gemeinwohlorientierte Digitalisierung, bei Veränderungen in der Arbeitswelt langfristig für Sicherheitsnetze zu sorgen, egal, ob man sie als Bedingungsloses Grundeinkommen oder anders organisiert.

Weil digitale Revolution eine soziale Revolution braucht.

Es braucht lebenslange Zugänge zu Bildung und Qualifikation, eine Umverteilung von Profiten aber auch von Arbeitszeit. Der Zugang zum Internet muss als Teil der Daseinsvorsorge garantiert werden, auch in den Dörfern. Die Digitalisierung darf die Spaltung zwischen Arm und Reich nicht verschärfen.

Zugleich kämpfe ich für Geschlechtergerechtigkeit, für Parität im Bundestag und die Selbstbestimmung von Frauen über ihren Körper. Als Ostdeutsche trete ich im Bundestag dafür ein, dass die Benachteiligung und Unterrepräsentation Ostdeutscher endlich aufhört. Als Antifaschistin stelle ich mich den Rechten entgegen, denn da gilt für mich der Grundsatz: kein Millimeter nach rechts! Als Linke vertrete ich in diesem Sinn auch Brandenburg im Bundestag.

Mit der Pandemie veränderte sich auch die Wahlkreisarbeit, Termine wurden digital und Themen hatten überwiegend mit dem Ausnahmezustand zu tun, in dem wir nun seit über einem Jahr leben, mit FFP2 Masken für Bedürftige, Mängel der digitalen Bildung oder schlechte Software in Gesundheitsämtern.

Nur Reden reicht mir aber nicht. Seit 2015 engagiere ich mich für Geflüchtete. Mit meinem Mann und anderen gründete ich den Verein havel:lab, der den Bahnhof Fürstenberg in den Verstehbahnhof verwandelte, einen barrierefreien Ort der digitalen Bildung für Kinder und Jugendliche, der einzigartig in ganz Deutschland ist. In der Pandemie nutzten wir die Werkstatt für die Produktion von Gesichtsvisieren. Mehr als 10.000 Stück gaben wir an medizinisches und Pflegepersonal. Wir produzierten CO2 Ampeln für Brandenburger Schulen und bauten ein professionelles Video- und Tonstudio in den Bahnhofskeller, das seit Januar von Lehrkräften als digitales Klassenzimmer genutzt wird. Mehr als 80 Laptops haben wir an bedürftige Kinder ausgegeben. Lehrkräfte wurden geschult, Bildungs- und Videokonferenzserver für Schulen der Region bereitgestellt. Unser nächstes Vereinsziel ist der Aufbau eines hochleistungsfähigen, stadtweiten, kostenfreien WLANs. Wir zeigen gemeinsam, was Zivilgesellschaft leisten kann und wie linke Politik in der Praxis aussehen kann.

Dieses Engagement als Linke und für die Linke im Bundestag und in Brandenburg möchte ich gern weiterführen und bitte Euch deshalb erneut um Euer Vertrauen.

mit roten Grüßen,

Eure Anke

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