Christine Buchholz, MdB: Besuch bei der Tafel in Offenbach

Am 21. Oktober habe ich die Ausgabestelle der Tafel in Offenbach besucht. Die Pandemie stellt die „Tafel Offenbach e.V“ vor besondere Herausforderungen.

„Corona trifft uns alle“, sagt Christine Sparr, die Leiterin der Tafel, „aber wir sind nicht alle gleich davon betroffen. Die Coronakrise trifft zuerst und am stärksten die Schwächsten.“

Aber nicht nur das. In den umliegenden Gemeinden haben viele Tafeln ihren Betrieb eingestellt und jetzt sind auch viele Menschen aus dem Umland auf die „Offenbacher Tafel“ angewiesen sind. Auch das Team um Christine Sparr ist Einschränkungen ausgesetzt. Einige der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gehören selbst zur Risikogruppe, aber auch alle anderen sind durch die vermehrten Kontakte an der Ausgabestelle darauf angewiesen, Hygienevorschriften streng einzuhalten. Dazu wurden verschiedene Gruppen bestimmten Zeiten zugeteilt, damit sich keine Menschentrauben bilden. Trotzdem führen die Wartepunkte vor den Türen bis in den naheliegenden Wald, um allen bestmögliche Sicherheit zu gewährleisten und dem Andrang gerecht zu werden.

Elvira ist schwerbehindert und war selbst schon Tafelkundin, deswegen ist ihr ihre Arbeit hier wichtig. „Ich weiss wie es ist, nicht über die Runden zu kommen“ sagt sie. Zusammen mit Willi, der auch nicht ganz gesund ist, bereitet Elvira im Nebenraum das Obst und Gemüse für die Ausgabe vor. So können die beiden auch ihre eigene Gesundheit schützen. „Wir nehmen jedes Stück in die Hand und prüfen genau. Vieles ist nur angeschlagen oder nicht so ansehnlich, wenn es hier ankommt, aber hier freut sich noch jemand darüber“ sagen die beiden. An der Ausgabe hilft Manuel von der „Kirche am Start“ mit, damit alle zügig bedient werden, die zum Teil auch einen langen Weg hinter sich gebracht haben.

Christine Sparr, überlegt schon, wie sie helfen kann, denen, die dieses Jahr so sehr unter der Pandemie gelitten haben, ein glückliches Weihnachtsfest zu bescheren. Sie plant Weihnachtsgeschenke neben den Lebensmitteln auszugeben und einen Lieferservice einzurichten, der älteren Menschen Heiligabend ein Gericht ihrer Wahl vorbeibringt und einen Weihnachtswunsch erfüllt. „Auch wenn der Weihnachtsmarkt nicht stattfinden kann, soll und darf Weihnachten deshalb nicht ausfallen.“

Auch dieser Besuch bei der Tafel hat mir wieder gezeigt, dass es viele tolle Menschen gibt, denen das Elend ihrer Mitmenschen nicht gleichgültig ist. Es ist einfach untragbar, dass in einem reichen Land wie Deutschland Menschen Tafeln zum Überleben brauchen. Die Tafeln sind eine Anklage gegen eine Politik, die viele Menschen in ihrer Not allein lässt und auf der anderen Seite die Reichen immer Reicher macht.

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