Cornelia Ernst, MdEP: Öffentliche Online-Konferenz: Weichen stellen für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr

Bahnfahren ist umweltfreundlich, sicher und komfortabel. Einer der Pläne des Europäischen Green Deals ist es, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene und die Binnenschifffahrt zu verlagern, um die Treibhausgase zu reduzieren. Dazu hat die Europäische Kommission für 2021 das „Europäische Jahr der Schiene“ ausgerufen.

Hier steht die EU vor großen Herausforderungen. Die Schieneninfrastruktur in Europa wurde jahrzehntelang vernachlässigt, Strecken wurden stillgelegt und auch im grenzüberschreitenden europäischen Güterverkehr gibt es viel Nachholbedarf, “[er] wird derzeit durch physische, rechtliche und regulatorische Hindernisse wie inkompatible Infrastruktur behindert”, so die europäische Kommission.

Die polnisch-tschechisch-deutsche Grenzregion ist ein gutes Beispiel für die Herausforderungen und Hindernisse. Lkws verstopfen die Autobahnen, aber der Schienengüterverkehr in den Grenzregionen liegt brach, weil die Strecken auf deutscher Seite nicht elektrifiziert sind. Der aktuelle Zustand ist auch ein Versagen der Privatisierungsdoktrin, die beim Schienennetz die Renditemaximierung über die gesamtgesellschaftlichen Ansprüche gestellt hat. Der Verkehrssektor ist der einzige Bereich, in dem die Treibhausgasemissionen in den letzten Jahren zugenommen haben, daher ist die Verlagerung auf die Schiene ein wichtiger Aspekt für die notwendige sozial-ökologische Wende. Europäische Fördermittel können jedoch helfen, die grenzüberschreitende Bahninfrastruktur zu verbessern.

Der Bau neuer Schieneninfrastruktur sowie die Elektrifizierung und der Ausbau bestehender Strecken können lokale Arbeitsplätze schaffen – Arbeitsplätze, die in der aktuellen sozialen und wirtschaftlichen Krise dringend benötigt werden, und Arbeitsplätze, die für die Verwirklichung eines ehrgeizigen Green New Deal, den die europäische Linke anstrebt, notwendig sind. Wir brauchen eine progressive Industriepolitik auf europäischer und nationaler Ebene, um die Bahninfrastruktur in der gesamten Europäischen Union auszubauen. Der Klimawandel zwingt uns zu einer effizienteren Nutzung von Ressourcen, anstatt unsere Entscheidungen allein auf Profit zu gründen, und unter diesem Gesichtspunkt ist der Schienenverkehr der Weg zurück in die Zukunft. Wird 2021, das Europäische Jahr der Schiene, den Anstoß geben, die Situation in Grenzregionen zu verbessern?

Videokonferenz organisiert von der linken Fraktion im Europaparlament THE LEFT und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brüssel, in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Prag

 

Mittwoch, 24. Februar 2021, von 18:00 bis 20:00 Uhr

 

Die Konferenz findet online via Zoom statt.

Um sich anzumelden, senden Sie bitte eine Mail an: manuela.kropp@rosalux.org

 

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