Cornelia Ernst, MdEP: Zukunft der Energieproduktion und Energieversorgung in Rheinland-Pfalz

Das Energiesystem wird sich in der Zukunft wesentlich verändern. Der Klimawandel ist ein aktuelles und vor allem wichtiges Thema und eine große Herausforderung für uns alle. Für die LINKE ist klar, dass die Lösungsansätze sozial und ökologisch sein müssen. In einigen Ländern der EU wird das Thema stärker angegangen als in anderen. In einer Online-Diskussion ging es am 14.01.2021 um die Zukunft der Energieproduktion und Energieversorgung in Rheinland-Pfalz und in Europa.

Die Energielandschaft Morbach ist ein Leuchtturmprojekt der Energiewende. Bis ins Jahr 1995 befand sich auf dem circa 146 ha großen Gelände das größte Munitionsdepot der US-Luftstreitkräfte in Europa. Im Jahre 2001 entstand die Idee, das ehemalige Bombenlager für die nachhaltige Gewinnung regenerativer Energien aus Wind, Sonne und Biomasse zu nutzen. Diese Idee wurde zu einem einzigartigen Energieprojekt umgesetzt. 14 Windkraftanlagen, eine große Photovoltaikanlage und eine Biogasanlage liefen pro Jahr wesentlich mehr umweltfreundlichen Strom, als die über 11.000 Einwohner*innen der verbandsfreien Gemeinde Morbach benötigen. Die Energielandschaft Morbach steht für:

– energiesparende, unternehmens- und funktionsübergreifende Verkettung energiewirtschaftlicher Prozesse (Nutzung von Prozesswärme, Bioabfällen etc.)

– Technologietransfer und Entwicklung innovativer Umwelttechnologien und Prozessoptimierungen

– intelligentes Stoffstrommanagement

– regionale Wertschöpfung

 

Melanie Wery-Sims ist Spitzenkandidatin und Teil des Spitzenduos der LINKEN zur Landtagswahl 2021. Sie ist staatlich geprüfte Fremdsprachenassistentin, arbeitet im Landesverband der Partei als Mitarbeiterin für Finanzen, ist Mutter von 4 Kindern und wohnt in einem kleinen Ort im Landkreis-Bernkastel-Wittlich.

Sie möchte demokratischen Kontrolle und hochwertige Beschäftigung ermöglichen und Haushalte mit niedrigem Einkommen entlasten. Der Trend zur Dezentralisierung des Energiesystems eröffnet neue Möglichkeiten, z.B. für Bürger*innen als Teil von Genossenschaften, und Eigenenergieproduzent*innen. “Die Dezentralisierung trägt auch wesentlich dazu bei, die Versorgung zu sichern und unser Energiesystem widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen, z.B. bei Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen. Außerdem wollen wir wirtschaftliche Vorteile für Bürger*innen und Beschäftigte erzielen und zur Bekämpfung der Energiearmut beitragen.”

Sie fordert die Schließung aller US-Militärstützpunkte, da Frieden und Umweltschutz Hand in Hand gehen. Dies lässt sich an einem kleinen Rechenbeispielen schnell belegen: Würde das US-Militär abziehen, könnte man in Rheinland-Pfalz ca. 4.000 ha Fläche mit Bäumen bepflanzen. Mit beispielsweise 3.000.000 Buchen würde dies im Jahr so viel CO2 einsparen wie ca. 38.000 PKWs ausstoßen.

Konversion, also die Umwandlung der Standorte, aber auch der Arbeitsplätze, kann und muss sozial-ökologisch erfolgen. Deshalb will die LINKE Projekte anstoßen, die regenerative Energien fördern: Solar-, Windkraft und Biogasanlagen sind das Gebot der Stunde .

David Schwarzendahl ist gelernter Buchbinder und Spitzenkandidat der LINKEN zur Landtagswahl 2021 in Rheinland-Pfalz. Er ist Kreisvorsitzender der LINKEN Frankenthal. Im dortigen Stadtrat steht er der Linksfraktion als Fraktionsvorsitzender vor. Er ist stellvertretender Landesvorsitzender der LINKEN Rheinland-Pfalz.

Er möchte, dass Rheinland-Pfalz sich mehr für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit engagiert. Er fordert frühe Aufklärung von Kindern in Kindergärten und Schule über Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Er findet, „wer für die Zukunft unserer Kinder plant muss sie bei der Planung mitnehmen und ihnen ein Gefühl für die Welt in der wir leben vermitteln“. Er fordert die Energiespeicherforschung nach Rheinland-Pfalz zu holen und auf dem Markt der Energieanbieter zurück zum kommunalen Erzeuger zu kommen.

Andere Länder mit grüner Regierungsbeteiligung haben deutlich versagt und ihr Gewissen zum Wohl der Konzerne geopfert, wie man deutlich in Baden-Württemberg sehen könne.

Cornelia Ernst ist seit 2009 Europaabgeordnete der LINKEN. Sie kommt aus Sachsen. In diesem Bundesland deckte bis 1989 vor allem der Abbau von Braunkohle den Energiebedarf. Und so steht Sachsen – wie andere ostdeutsche Bundesländer auch – vor der Aufgabe, einen Strukturwandel zu schaffen. Für Cornelia Ernst stehen im politischen Fokus:

– zeitnahe Rekommunalisierung der Energieerzeugung

– Sofortprogramm zum Kohleausstieg, der spätestens 2030 erfolgen muss

– ein flächendeckender ticketfreier ÖPNV in ganz Deutschland bis 2022

– Ausbau des Bahnverkehrs für den Personen- und Gütertransport. Die Bahn muss in öffentliche Hand betrieben sowie attraktiver und preiswerter werden.

– Keine Subventionen für den Flugverkehr

 

 

 

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