Cornelia Möhring, MdB: PM: Femizide anerkennen, Prävention stärken

„Femizide sind bittere Realität in Deutschland. Allein im Februar sind zwanzig Frauen getötet worden. Wie viele Frauen müssen noch sterben, bis die Bundesregierung die Augen auf macht und handelt? Morde an Frauen müssen als Femizide und als Resultat von ungleichen Machtverhältnissen anerkannt werden“, erklärt Cornelia Möhring, stellvertretende Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der heutigen Anhörung zu Femiziden im Bundestag. „Das Patriarchat tötet. Das zeigt sich in Deutschland inzwischen nahezu täglich. Frauen werden getötet weil sie Frauen sind, aus Frauenhass, Frauenverachtung oder männlichen Dominanzstreben.

Ich erwarte von der Bundesregierung, Femizide als Ausdruck einer strukturell verankerten Abwertung und Diskriminierung von Frauen zu benennen, ihre genaue Anzahl und die Begleitumstände zu erfassen, sie zu erforschen und letztendlich zu verhindern. Dafür bedarf es einer Femizid-Beobachtungsstelle, einer deutlich besseren Finanzierung des Hilfesystems, einer Anpassung der Rechtsprechung sowie verpflichtender Fortbildungen für Polizei und Justiz.“

Möhring weiter: „Sowohl die geladenen Sachverständigen wie auch zahlreiche weitere Organisationen, die sich mit Stellungnahmen zu unserem Antrag verhalten haben, machen deutlich, dass wir in Deutschland ein virulentes Problem mit Gewalt an Frauen und mit Femiziden haben. Nahezu einhellig wurde gefordert, Morde an Frauen als Femizide zu benennen und als ein Ausdruck der strukturellen Gewalt an Frauen anzuerkennen. Es bestehe zudem dringender Handlungsbedarf bei der Datenerhebung und Forschung, beim Ausbau entsprechender Fortbildungen für Polizei und Justiz, bei Investitionen in den Gewaltschutz und bei der Täterarbeit. Auch die vollständige Umsetzung der Istanbul-Konvention wurde dringend angemahnt.”

Die heutige Anhörung hat zum Antrag „Femizide in Deutschland untersuchen, benennen und verhindern“ der Fraktion DIE LINKE stattgefunden.

Link zum Antrag: https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/239/1923999.pdf

Link zur Anhörung:

https://www.bundestag.de/ausschuesse/a13/Anhoerungen/822308-822308

Pressemitteilung zum Download hier (PDF-Datei)

Nachrichtenquelle: Read More