Cornelia Möhring, MdB: Solidarität

Die Bilder von Moria schockieren. Die politische Reaktion der Bundesregierung darauf schockiert. 1.500 Menschen sollen evakuiert werden. Von 13.000 Menschen, die durch den Brand des Lagers obdachlos geworden sind. Und von noch so viel tausenden mehr, die in ähnlichen Lagern auf Lesbos und anderen Inseln festsitzen.

Gleichzeitig ist klar, was sich die deutsche Bundesregierung unter der vielbeschworenen europäischen Lösung der Migrations- und Asylpolitik vorstellt: Ein Lagersystem soll durch ein anderes ersetzt werden. Nachzulesen ist das im Eckpunktepapier des Innenministeriums aus dem November 2019 (eine kritische Analyse von Pro Asyl: https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/PRO-ASYL_Gegen-Haft-und-Entrechtung_Stellungnahme-GEAS_2020_1.pdf). Von dieser Regierung ist nichts zu erwarten, was das Leben von Menschen, die migrieren und keinen europäischen Pass haben, verbessert.

Das Elend von Moria ist das Symbol für das Elend der europäischen Migrationspolitik. Diese von Deutschland vorangetriebene europäische Migrationspolitik will das Elend – als Abschreckung, als Warnung an die Menschen, die sich auf den Weg nach Europa machen wollen in der Hoffnung, hier ein besseres Leben leben zu können.

Was gerade Hoffnung gibt, sind die vielen Demonstrationen und Aktionen, die eine zentrale Botschaft haben: Solidarität. Die sagen: Wir haben Platz. Die fordern: Evakuiert alle Lager. Schließt die Lager. Und die an den (zu kurzen) Sommer der Migration 2015 erinnern: Refugees Welcome!

Die Proteste gehen weiter. Und das ist wichtig, damit sich die Bundesregierung mit ihrer Alibi-Nummer nicht aus der Affäre ziehen kann. Ihr könnt regional auch eine Menge tun: Informieren, Protest organisieren, „Sichere Häfen“ beantragen, Spendensammlungen durchführen oder schlicht selbst spenden.

Denn: Die Versorgung vor Ort auf Lesbos wird gerade vor allem von NGOs und selbstorganisierten Unterstützungsstrukturen aufrechterhalten. Diese brauchen noch dringender denn je Spenden für die medizinische Versorgung, für Essen, für Zelte, für Wasser und vieles mehr. Eine Liste von Projekten, die Spenden benötigen, wäre nie vollständig, daher möchte ich an dieser Stelle auf  den Spendenaufruf der Hilfsorganisation medico international verweisen, die mit selbstorganisierten Initiativen von Geflüchteten vor Ort zusammen arbeiten: https://www.medico.de/moria-selbstorganisation-staerken-17880/

Spendenkonto:
medico international
IBAN: DE21 5005 0201 0000 0018 00
BIC: HELADEF1822
Frankfurter Sparkasse

Spendenstichwort: Flucht & Migration

Nachrichtenquelle: Read More