DIE LINKE.Bayern: Lebhafte Diskussion über den ÖPNV im Landkreis Cham

Fraktion vor Ort: Neue Wege übers Land – Mobilität im ländlichen Raum (Landkreis Cham)

Zum Videomitschnitt der Veranstaltung

Wie können wir die Mobilität im ländlichen Raum und vor allem im Landkreis Cham stärken? Dieser Frage stellten sich die Gäste der gleichnamigen Online-Veranstaltung der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag am gestrigen Abend. Es diskutierten Heidrun Bluhm-Förster, MdB, Sprecherin für den ländlichen Raum, Günter Schmauder, Sprecher der Kreisgruppe Cham des VCD, Thomas Ederer vom Landratsamt Cham und in Vertretung für MdB Andreas Wagner Andreas Auchter-Paula, Betriebsrat beim Münchner Verkehrs- und Tarifverbund und Berater für den Bereich ÖPNV von Herrn Wagner. Eva-Maria Schreiber, Bundestagsabgeordnete der LINKEN für die Oberpfalz, moderierte die Runde.

Zu Beginn erläuterte Heidrun Bluhm-Förster den gut 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass Mobilität kein Selbstzweck ist, weder in der Stadt noch im ländlichen Raum. Sie ist eine Grundvoraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe der Menschen an der Gesellschaft und diese ist Staatsziel sowohl auf Bundesebene als auch in Bayern. Für Bluhm-Förster tut sich hier allerdings viel zu wenig.

Das lässt sich aus ihrer Sicht gut an einem Vergleich zwischen dem BIP pro Kopf der Bevölkerung mit dem Zustand des öffentlichen Nahverkehrs belegen. Genau die Kreise mit einem geringen BIP pro Kopf sind auch die mit der schlechtesten Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur.

Günter Schmauder vom VCD beschrieb daran anknüpfend die konkrete Situation im Landkreis Cham. Er hob die 3 Bahnstrecken als Rückgrat und die etlichen Buslinien positiv hervor. Aber auch Schmauder wünscht sich mehr Züge und Busse und möchte das vorhandene Angebot mit machbaren Vorschlägen verbessern. Für ihn wären das merkbare Taktverkehre auf der Schiene und bei bestimmten Buslinien, eine attraktive Linienführungen ohne unnötig lange Fahrzeiten und passenden Anschlüssen, ergänzt um Rufbusse in bevölkerungsschwächeren Gebieten.

Wichtig ist ihm auch der barrierefreien Ausbau des Chamer Bahnhofs, einladend gestaltete Haltestellen mit überdachten Abstellanlagen für Räder und, nicht zuletzt, ein engmaschiges Bushaltestellennetz.

Für Andreas Auchter-Paula sind On-Demand-Angebote eine sinnvolle Ergänzung. Hier haben Fahrgäste die Möglichkeit, zu bestimmten Zeiten bestimmte Strecken zu buchen und diese werden dann zu einem Fahrplan zusammengestellt. Für Auchter-Paula ist es eine komfortable Lösung für die Fahrgäste. Er forderte außerdem eine generell stärkere Unterstützung der Landkreise und Kommunen durch Bund und Land. Zu langsam geht ihm der Ausbau und die Elektrifizierung der Schiene voran. Im Landkreis Cham gibt es aktuell noch keine elektrifizierten Strecken.

Hier konnte Herr Ederer einhaken, dass die Elektrifizierung der Strecke Schwandorf – Cham – Furth im Wald 2030 kommen soll. Auch er wünscht sich einen schnelleren Ausbau der Gleise und mehr Überholmöglichkeiten, da immer mehr Verkehr auf die Schiene gebracht wird. Als wichtige Ergänzung zum bestehenden ÖPNV sieht Ederer die Rufbusse. Diese sind aktuell in der Novellierungsphase und es sind weitere Verbesserungen geplant. Und als besonderes Novum findet er die Möglichkeit, in allen Zügen des Landkreises Fahrräder kostenlos mitnehmen zu können.

In der regen Diskussion mit den Zuschauerinnen und Zuschauern wurde dann noch über die Schwierigkeiten der Bus- und Bahnunternehmen in Zeiten von Corona, die Möglichkeiten eines fahrscheinlosen ÖPNV, über autonom fahrende Busse und die teilweise schwindende Infrastruktur im ländlichen Raum diskutiert.

Nachrichtenquelle: Read More