DIE LINKE.Bielefeld: Freude über Gedenkstätten-Förderung – Zweifel am Konzept

Doch zu der Freude darüber, dass ein für die Region OWL so wichtiger Gedenkort die ihm gebührende Aufmerksamkeit erhält, mischt sich doch einiges an Verwunderung, insbesondere über die Dimensionierung des Projekts.“

Es bleibt die dringende Frage wer in Zukunft die jährlichen Betriebskosten von mehr als 5 Mill. € jährlich trägt.  Eine Besucherzahl von 200.000, die nur knapp unter der der seit Jahrzehnten etablierten Gedenkstätte in Bergen-Belsen liegt, scheint deutlich zu hoch gegriffen. Wenn diese aber als Maßstab für die laufende Finanzierung angesetzt ist, so muss schon jetzt im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und mit den Träger-Kommunen geklärt werden, wer die vermutlich beträchtlichen Fehlbeträge stemmt.
„Friedensfreund*innen und Antifaschisten aus der Region geht es im Besonderen um eine gesicherte Perspektive für den Ehrenfriedhof und die Dokumentation, wie um die weitere Aufarbeitung des Grauens im Stalag 326, einem der größten Arbeitslager der Nationalsozialisten für sowjetische Kriegsgefangene“ , ergänzt Brigitte Stelze, Sprecherin der LINKEN in Bielefeld.

„Das präsentierte Konzept wirft Fragen auf und lässt befürchten, dass der bisherige Charakter, der auch Ausdruck von Dekaden gelebter Erinnerungskultur ist, in den Hintergrund treten wird. Wir vermissen in der Machbarkeitsstudie besonders eine deutliche inhaltliche und gestalterische Verzahnung von Gedenkstätte und Ehrenfriedhof, denn hier ist die Strategie der Wehrmacht offenkundig – Vernichtung durch Hunger – am sichtbarsten“, so Rosa Rosinski vom Kreisverband DIE LINKE Bielefeld.

Entsprechend fordert DIE LINKE an dieser Stelle die in der Gedenkstättenkonzeption des Landes NRW hervorgehobene zivilgesellschaftliche Beteiligung ein. Angesichts der anspruchsvollen inhaltlichen und pädagogischen Konzeption, die auch die Nachkriegsnutzung des Kriegsgefangenenlagers als Internierungs- und Flüchtlingslager einschließt, ist eine breite Beteiligung von interessierter Öffentlichkeit sowie Vertreter*innen der Museums- und Geschichtswissenschaft notwendig.

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