DIE LINKE.Bochum: Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet soll UNESCO-Welterbe werden!

Die Stadt Bochum steht kurz davor, die Bewerbung der „Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ zum UNESCO-Welterbe scheitern zu lassen. Das wäre ein großer Verlust für den Denkmal- und Landschaftsschutz, warnt die Bochumer Linksfraktion. „Das Verhalten von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und seiner Verwaltung ist unverantwortlich gegenüber unserer Region“, kritisiert Horst Hohmeier, Fraktionsvorsitzender der Bochumer LINKEN im Rat.

Hintergrund des Streits ist ein Beschlussvorschlag der Verwaltung. Sie schlägt der Politik vor, die Bewerbung der ‚Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet‘ zum UNESCO-Welterbe abzulehnen. Damit würde Bochum ein Bewerbungsverfahren torpedieren, das von 41 Ruhrgebiets-Städten und Kreisen unterstützt wird. Denn das Land NRW setzt die Unterstützung aller beteiligten Kommunen zwingend voraus. Am 25. März soll der Bochumer Rat endgültig darüber entscheiden.

In den Augen der Linksfraktion wäre dieser Alleingang von Bochum die völlig falsche Entscheidung. „Die Bewerbung zum UNESCO-Welterbe ist deutlich nachhaltiger als beispielsweise der Versuch, an einer möglicherweise bereits gescheiterten Olympia-Bewerbung festzuhalten“, sagt Horst Hohmeier. „Das Welterbe-Projekt bezieht regionale Grünzüge und Eisenbahntrassen als nachhaltige Lebensadern des Ruhrgebiets ein. Die Renaturierung der Emscher, ein Jahrhundertprojekt, spielt ebenfalls eine Rolle. Diese Maßnahmen überzeugen auch unter ökologischen Gesichtspunkten. Die Liste der Industriedenkmäler ist für Bochum ebenso spannend: Neben bekannten Landmarken wie dem Bergbaumuseum und der Jahrhunderthalle erfahren auch unbekanntere Orte eine neue Wertschätzung.“

Neben den 41 Städten und Kreisen, die bereits ihre Unterstützung erklärt haben, wird der Prozess vom Regionalverband Ruhr, den Landschaftsverbänden, der Emschergenossenschaft und dem Land NRW getragen. Sogar die nicht zum Ruhrgebiet gehörende Stadt Neukirchen-Vluyn bittet darum beteiligt zu werden.

„Mein Eindruck ist, dass die Bochumer Verwaltung die Bewerbung verhindern will, weil der Welterbe-Status es ihr schwieriger machen würde, von eigentlich sowieso geltenden Denkmal- und Naturschutzregeln abzuweichen“, so Horst Hohmeier weiter. „Wir dagegen wollen die ökologisch-nachhaltige Entwicklung unserer Region genauso stärken wie die Denkmalbehörde in Bochum. Die Stadt scheut sich offensichtlich, in diesen wichtigen Teil der Verwaltung zu investieren. Genau das ist allerdings notwendig. Deswegen bringen wir zur Ratssitzung einen Änderungsantrag ein und fordern, dass Bochum die Bewerbung gemeinsam mit den 41 anderen Städten und Landkreisen unterstützt.“

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