DIE LINKE.Brandenburg: Studieren in Zeiten von Corona

Während das Sommersemester 2020 seit April läuft und Corona uns seit März im Griff hat, ließ der Start des Hilfsprogramms für Studierende in besonders prekären Situationen viel zu lange auf sich warten. Studierendenvertretungen haben die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU), in den vergangenen Wochen zu Recht scharf kritisiert. Doch was genau sind die Pläne des Bundes und der Landesregierung? Wo bekommen Studierende in Brandenburg aktuell welche Hilfe? Und was wäre eigentlich notwendig gewesen?

Mit Frankfurt (Oder) und Potsdam hat Brandenburg zwei Studentenwerke, die auch für die sozialen Belange der Studierenden zuständig sind. Das umfasst neben der Bearbeitung von BAföG-Anträgen auch die Sozialberatung. Für Studierende in besonderen Notlagen verfügen beide Studentenwerke über Härtefallfonds. So stehen beim Studentenwerk Potsdam einmalig 500 Euro als Darlehen und 300€ Euro als Zuschuss zur Verfügung, beim Studentenwerk Frankfurt (Oder) sind es 300 Euro als Darlehen.

Bevor Bildungsministerin Karliczek die Untersetzung ihres Programmes veröffentlichte, hatte die Brandenburgische Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) angekündigt, ein landeseigenes Darlehensprogramm in der Höhe von 25 Millionen Euro aufzulegen. Mit Veröffentlichung der Eckdaten des Bundesprogrammes zog sie dieses jedoch wieder zurück.

Unsere Kritik & unsere Forderungen

Die Linksfraktion im Landtag Brandenburg hat mehrfach die Auflegung eines eigenen Landesprogrammes gefordert. Auf den Bund zu warten und Zeit verstreichen zu lassen, die die Studierenden nicht hatten, war ein Fehler! Verschärft wird dies durch den Umstand, dass die Fördermodalitäten sich zudem als vollkommen unzureichende Unterstützung mit immensen bürokratischen Zugangshürden herausstellten.

Welche Optionen hat das Land, nun da die Programme geschnürt sind? Um den Studierenden tatsächlich zu helfen, müssen Wege gefunden werden, um die Mittel des Bundes (2 Millionen Euro) sinnvoll zu ergänzen. Denkbar wäre beispielsweise ein gestuftes Antragsverfahren, bei dem die Studierenden, die die Mittel des Bundes beantragen, automatisch auch einen Zuschuss aus den Härtefallfonds der Studentenwerke erhalten. Diese Härtefallfonds müssen dann jedoch natürlich um die Bedarfssummen aus dem Landeshaushalt aufgestockt werden.

Dies ist jedoch kein Weg, der erst nach der politischen Sommerpause weiterentwickelt werden darf – er muss jetzt eingeschlagen und transparent kommuniziert werden. Unabhängig von den Corona-Hilfen ist zudem offensichtlich: eine fundamentale BAföG-Reform muss endlich auf den Weg gebracht werden!

1. Überbrückungshilfen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

a) Allgemeine Infos

Informationen und FAQ: www.bmbf.de

Telefon-Hotline zur Überbrückungshilfe: 0800 – 26 23 003

E-Mail: ueberbrueckungshilfe-studierende@bmbf.bund.de

FAQ zur Überbrückungshilfe: www.studentenwerke.de

 

b) Zuschuss beantragen

Zuschuss in Höhe von 100 bis500 Euro für die Monate Juni, Juli und August 2020:
www.überbrückungshilfe-studierende.de

(Auszahlung über die Härtefallfonds der örtlichen Studentenwerke)

 

c) KfW-Kredit beantragen

Kredit in Höhe von 100 bis 650 Euro pro Monat:
www.kfw.de/studienkredit-coronahilfe

 

2. Angebote der Studentenwerke

Die Studentenwerke sind die Anlaufstelle, wenn es um die BAföG-Beantragung geht. Außerdem können Härtefalldahrlehen, ein Bildungskredit und Studienabschlussdarlehen beantragt werden. Die Studierendenwerke bieten außerdem Beratungen an und vermitteln Nebenjobs.

Studentenwerk Potsdam (zuständig für Potsdam, Wildau, Brandenburg an der Havel und Elstal):
www.studentenwerk-potsdam.de

Studentenwerk Frankfurt (Oder) (zuständig für Frankfurt(Oder), Cottbus, Eberswalde und Senftenberg):
www.studentenwerk-frankfurt.de

 

3. Beratungsangebote der Studierendenvertretungen:

Die meisten ASten (Allgemeine Studierendenausschüsse) und StuRas (Studierendenräte) bieten BAföG- und Sozialberatungen an und wissen, wie Studierende sich von den Semesterticketbeiträgen befreien lassen können, wenn sie sich in einer finanziellen Notlage befinden.

AStA der Technischen Hochschule (TH) Brandenburg:
stuve.th-brandenburg.de

StuRa der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg:
www.stura-btu.de

AStA der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde:
www.hnee.de/asta

AStA der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
www.asta-viadrina.de

AStA der Universität Potsdam
astaup.de

AStA der Fachhochschule (FH) Potsdam
asta.fh-potsdam.de

StuRa der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
www.studirat.de

StuRa der Technischen Hochschule (TH) Wildau
www.th-wildau.de/studierendenrat

 

4. International Students

a) Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Durch die STIBET-Programme fördert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) die Betreuung von ausländischen Studierenden und Doktoranden an deutschen Hochschulen:
www.daad.de/stibet

 

b) BAföG auch ohne deutschen Pass beantragen

Auch Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union, Migrantinnen, Migranten und Geflüchtete, die in Deutschland leben, können BAföG als finanzielle Unterstützung während des Studiums oder der Schulzeit erhalten:
www.bafög.de

 

c) Federal Association of Foreign Students – Bundesverband ausländischer Studierender (BAS)

SARS-CoV-2: support in stressful situations
bas-ev.de

Isabelle Vandre ist Sprecherin für Hochschulpolitik der Fraktion DIE LINKE. im Landtag Brandenburg

 

Nachrichtenquelle: Read More