DIE LINKE.Dortmund: Bildung muss sichergestellt werden

Antrag: „Bildung für alle Schüler*innen in Corona-Zeiten sicherstellen“

Die Fraktion DIE LINKE + bittet um Beratschlagung und Beschlussfassung des nachfolgenden Antrags:

1. Die Verwaltung stellt den Schulen in Dortmund zusätzliche Räume zur Verfügung, damit Klassen und Kurse in kleinere Einheiten aufgeteilt werden können. Dazu werden leerstehende Räume von Kultureinrichtungen, Privatunternehmen, Restaurants etc. angemietet.

2. Die Verwaltung stellt zusätzliches Personal zur Verfügung.
Da für kleinere Lerngruppen nicht genügend Personal vorhanden ist, müsste die Verwaltung Ersatzpersonal (Studierende, Betreuer, Künstler etc.) zur Betreuung der Lerngruppen zur Verfügung stellen.
Viele dieser möglichen Personen sind auch sonst schon im Bereich Schule beschäftigt, z.B. im Ganztagsunterricht, im Offenen Ganztag, in Schulprojekten und sind zurzeit arbeitslos. Die Mittel für diese Kräfte sind bereits vorhanden, sie können somit aus denen der Schulen bereits zur Verfügung stehenden Mitteln finanziert werden.
Ansonsten ist die Landesregierung aufzufordern, entsprechend weitere Mittel bereit zu stellen. Sollten die vorhandenen Räume und Mittel nicht für alle Schulen reichen, müsste eine Priorisierung nach einem Sozialindex erfolgen.           

Begründung:

Die Situation für alle Schülerinnen in unserer Kommune ist seit Monaten sehr schwierig:

  • Kein Präsenzunterricht in der Schule
  • Kein sozialer Kontakt zu Gleichaltrigen
  • Verlagerung des Lernens und der gesamten Existenz in die Familien

Gleichzeitig bleiben alle Prüfungsanforderungen vor allem für Abschlussklassen bestehen. Klassen- und Kursarbeiten sowie zentrale Abschlussprüfungen bleiben erhalten.

Es fehlt das gemeinsame Lernen und Arbeiten mit anderen Schüler*innen sowie die vor allem für Grund- und Förderschüler*innen notwendige Lernbegleitung durch Lehr- oder andere Fachkräfte. (Hier sei sozialkompetente Begleitung, Ergotherapie, Motopädie sowie die Bereitstellung hör- und sehfördernder individueller Hilfen und gestützte Kommunikation, die so nur durch qualifizierte Fachkräfte arrangiert werden können, zu nennen.)

Die soziale Schere im Distanz- und / oder Digitalunterricht, sofern er überhaupt möglich ist, geht somit noch weiter auseinander als sonst.

In einkommensarmen Familien gibt es selten arbeitsfähige Internetverbindungen. Oftmals verfügen nur die Eltern über internetfähige Mobiltelefone, so dass es für die Kinder kaum Möglichkeiten gibt, am Digitalunterricht teilzunehmen, selbst wenn sie über ein von der  Schule entliehenes Tablet verfügen.

Gerade arme Familien verfügen oft nur über unzureichenden Wohnraum für alle Familienmitglieder, sodass den Schüler*innen ein Platz zur ungestörten Teilnahme am Digitalunterricht fehlt. Es fehlen weiterhin Arbeitsgeräte (Scanner, Drucker etc.), die eine Korrektur seitens der Lehrkräfte der zu bearbeiteten Materialien möglich macht.

Wie schon erwähnt, sind weiterhin Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf extrem benachteiligt. Sie sind nicht in der Lage ohne individuell präzisierte Arbeitsanweisungen Aufgaben zu bearbeiten. Auch dann benötigen sie oftmals bei jedem Bearbeitungsschritt individuelle Hilfen, Hilfsmittel und Zuspruch.

Für alle Schüler*innen fehlen zur sinnvollen Erarbeitung des Lernstoffs kommunikative und kooperative Lernformen, die die Lerninhalte erst zugänglich machen. Dadurch steigt der Stresslevel für alle am Lernprozess Beteiligten.

Es ist nicht davon auszugehen, dass ab 15.02.2021 (wenn überhaupt) die Schulen ihren Normalbetrieb wieder aufnehmen können.

Vorbereitungen für einen Schulbetrieb mit Corona sollten daher kommunal getroffen werden.

 

 

 

Nachrichtenquelle: Read More