DIE LINKE.Dortmund: Ehrung für Gastarbeiter*innen

Heftig diskutiert wird derzeit über die Idee für ein neues Denkmal in der City. Dieses soll die Leistungen der Gastarbeiter würdigen. „Die Leistungen der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter verdienen unseren Respekt und unsere Anerkennung, aber: Warum ein Denkmal? Warum keine andere Form der Würdigung?“, fragt Thomas Zweier, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE+ im Dortmunder Rat.

„Ich begrüße es ausdrücklich, dass die Gastarbeiter und ihre Geschichte zum Thema gemacht werden“, sagt Thomas Zweier. „Diese Auseinandersetzung mit diesem Stück Geschichte war längst überfällig, zumal es ja auch durchaus Versäumnisse gab – etwa bei der Integration.“ 

Dennoch: Ein Denkmal ist nicht die erste Wahl von Thomas Zweier, um die vergangenen Jahrzehnte aufzuarbeiten. „Es gibt doch statt eines Denkmals noch viele weitere Möglichkeiten, die man in Betracht ziehen könnte“, so Thomas Zweier. Etwa Theaterstücke, Lesungen, Musik und Museumsausstellungen oder gar ein eigenes Museum.

„Ein Denkmal dagegen finde ich nicht so optimal. Ein Denkmal errichtet man in der Regel im Gedenken an Tote. Aber nicht für einen Prozess, der immer aktiv ist. Früher wurden Arbeits-kräfte aus Polen oder der Türkei für den Bergbau angeworben. Heute dagegen kommen indi-sche Programmierer, bulgarische Spargelhelfer oder phillipinische Pflegekräfte, um uns Deutsche zu unterstützen. Sie werden aber nicht mehr Gastarbeiter genannt. Wird ihre Arbeitsleistung dann durch das Denkmal nicht gewürdigt?“, fragt Thomas Zweier.

Thomas Zweier begrüßt die Lösung, auf die man sich parteiübergreifend im Kulturausschuss geeinigt hat. Es wird einen runden Tisch mit Vertreter aus allen Fraktionen geben. Sie wollen gemeinsam ausloten, wie und wo die Gastarbeitergeschichte in Dortmund am besten gewürdigt werden kann. 

„Ich glaube, wir müssen noch einige Diskussionen führen, bevor wir eine optimale Lösung gefunden haben. Die Zeit drängt doch nicht, außer bei der SPD, die mit dieser Idee anscheinend im Wahlkampf auf Stimmenfang geben will. Aus der Gesellschaft selbst habe ich jedenfalls noch kein Drängen auf ein solches Denkmal gehört“, sagt Thomas Zweier, der in seiner Haltung von Kevin Götz unterstützt wird, der ebenfalls für DIE LINKE+ im Kulturausschuss sitzt.

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