DIE LINKE.Dortmund: Heile Welt?

Das Vorwort selbst ist unverdächtig, schreibt Landsberg doch, dass es nach der Pandemie mit „mehr digitalen Werkzeugen, mehr Klimaschutz, mehr Nachhaltigkeit und neuen Konzepten für Mobilität und Handel“ weitergehen müsse.

Blättert man weiter durch die Zeitschrift, so landet man auf Seite 26 beim Artikel „Das Leben auf dem Land- so gelingt es“. Unterlegt mit zwei schönen Landschaftsfotos folgt ein kurzer Bericht der Autorin Gudrun Mallwitz, die auch für die Berliner Morgenpost schreibt, über den aktuellen Bericht der Bundesregierung zu Entwicklung der ländlichen Räume.
Da ist dann viel die Rede von Heimatgefühl, Zusammenhalt, Nachbarschaftshilfe, bürgerlichem Engagement und dem Ehrenamt, das in Feuerwehren, Vereinen und in Gemeinde- und Stadträten unverzichtbar sei.
Neben diesen erfreulichen sozialen Aspekten sei es aber auch erforderlich, den ländlichen Raum finanziell zu unterstützen, um die Infrastruktur ausbauen zu können.

Das alles ist immer noch nicht überraschend. Irritiert dürfte der interessierte Leser aber sein, wenn zwischen den zahlreichen Grafiken und Zahlen auf dem Titelfoto eine ganz besonders herausragt. Beschreiben die statistischen Zahlen die Bevölkerungsstruktur, die Präsenz des Ehrenamtes und den Zustand der Digitalisierung, fragt man sich ernsthaft, was mittendrin Prozentzahlen zum Ausländeranteil zu suchen haben. Ohne jeglichen Bezug zum Text.

Dazu äußert Chris Seyda, Kreissprecher der Partei DIE LINKE:“ Betrachtet man das Fazit des Artikels, nämlich den auf dem Land wunderbar funktionierenden gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Notwendigkeit, in die Infrastruktur zu investieren, so bleibt nur eine Interpretationsmöglichkeit:
Im ländlichen Raum funktioniert Gesellschaft, weil dort sehr wenig Ausländer leben. Das ist dann tatsächlicher Rassismus und übrigens nicht zu verwechseln mit der gleich lautenden Zuschreibung, die heute inflationär als Schimpfwort eingesetzt wird.

Wir fordern von den Herausgeber*innen der Zeitschrift eine Erklärung.“

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