DIE LINKE.Dortmund: Landebahn darf nicht „verlängert“ werden

„Der Rat spricht sich gegen einen weiteren Ausbau der asphaltierten Start- und Landebahn am Dortmunder Flughafen aus.“ So lautet ein gemeinsamer Antrag der Ratsmehrheit von CDU, Grünen und der Fraktion DIE LINKE+. „Der Antrag schließt eine Schwellenverlegung zwar nicht aus, aber durch die Verlegung der Schwelle wird die nutzbare Landebahn um 300 Meter verlängert. Das ist natürlich nicht in unserem Sinne“, erläutert Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion die LINKE+.

Der Flughafen sieht das naturgemäß anders. Und auch der neue OB und sein Verwaltungsvorstand haben sich für eine Verlegung der Landeschwellen ausgesprochen, die aus den derzeit nutzbaren 1,7 Kilometern eine 2 Kilometer lange Landebahn machen würde. Sonja Lemke, Ratsmitglied der Fraktion DIE LINKE+ und Mitglied im Flughafen-Aufsichtsrat, sieht als Folge Starts und Landungen von größeren Flugzeugen, die den Flughafen auch noch in geringerer Höhe ansteuern oder verlassen werden. „Damit würde natürlich die Lärm-Belastung der Anwohner*innen deutlich zunehmen und auch der Einzugsbereich vergrößert werden, so dass am Ende mehr Menschen als bisher betroffen sind. Denn die neueren Maschinen brauchen länger, bis sie nach dem Start eine Höhe erreichen, ab der sie nicht mehr am Boden zu hören sind“, sagt Sonja Lemke.

Der Rat am 11. Februar soll nun die Position des Verwaltungsvorstandes hinsichtlich der Schwellenverlegung bestätigen. Diese kann jedoch nur nach einem Plangenehmigungsverfahren oder einem deutlich gründlicherem Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. „Wir plädieren für ein Planfeststellungsverfahren. Rechtssicherheit geht hier vor Schnelligkeit“, sagt Utz Kowalewski, der befürchtet, dass wieder einmal die Stadtwerke finanziell für Fehler am Flughafen gerade stehen müssen. „So mal eben zwischen Tür und Angel werden wir einer Verlängerung der Landebahn durch die Schwellenverlegung sicher nicht akzeptieren.“

„Das sehe ich auch so. Um eine solche Maßnahme überhaupt seriös einschätzen zu können, reichen die Einbringungen der Flughafenseite bei der Bezirksregierung einfach nicht aus. Einen ernsthaften Abwägungsprozess gibt es nur im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens“, ergänzt Sonja Lemke. „Neben der zusätzlichen Lärmbelästigung und den ökologischen Auswirkungen durch eine weitere Versiegelung interessieren uns vor allem die Kosten einer solchen Schwellenverlegung“, sagt Sonja Lemke. „Da möchten wir schon wissen, welche finanziellen Auswirkungen eine solche Maßnahme auf das Flughafenergebnis haben würde. Die reinen Baumaßnahmen werden vom Flughafen auf 2,5 Millionen Euro beziffert. Aber das ist ja nicht alles, wenn man an mögliche neue Lärmschutzmaßnahmen in den neu betroffenen Gebieten denkt.“

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