DIE LINKE.Dortmund: Überquellende Müllcontainer und Flut an Verpackungsmaterial

Überquellende Papiercontainer samt verzweifelten Bürger*innen, die Ihr Altpapier und Pappe auf oder neben den Müllcontainern stapeln – Ein Anblick, den man in den letzten Wochen an vielen Stellen in Dortmund beobachten kann. „Auch wenn wir sowohl aus Gründen des Klimaschutzes, als auch zur Unterstützung des Dortmunder Einzelhandels nur appellieren können lokal zu kaufen, lässt sich gerade in der aktuellen Pandemie-Situation der anhaltende Erfolg des Onlinehandels, welcher zu immer mehr Verpackungsmaterial führt, wohl nicht mehr aufhalten“ analysiert Michael Badura, Ratsmitglied der Tierschutzpartei und stlv. Fraktionsvorsitzender der Fraktion Linke+ im Rat der Stadt Dortmund, die Gründe für die Situation an den Container-Standorten.

Laut kürzlich veröffentlichten Zahlen des Umweltbundesamtes fielen alleine im Jahr 2018 18,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an, was mehr als 227 Kilogramm pro Kopf und Jahr entspricht. Über die letzten beiden Jahrzehnte hinweg betrachtet, ist die Menge des Verpackungsmülls deutlich gestiegen und das noch in einer Zeit vor Corona und dem weiteren Boom des Onlinehandels. Am problematischsten ist dabei die Zahl der Kunststoff- und Verbundverpackungen, weil hier die Recyclingquote deutlich unter 50 Prozent bleibt – mehr als die Hälfte des Plastikabfalls wird verbrannt.
Sind zu Beginn der Pandemie noch viele davon ausgegangen, dass die Müllmenge durch einen Lockdown sinkt, so zeigt sich aktuell, dass genau das Gegenteil eingetreten ist und durch geschlossene Restaurants und Imbisse gerade To-Go-Verpackungen immer häufiger im besten Fall in städtischen Mülleimern und im schlimmsten Fall in der freien Natur landen.

Um dieser Müll-Flut etwas entgegen zu stellen, haen Michael Badura und sein Team auch Lösungsansätze „Zum einen müssen die Leerungsintervalle der städtischen Container-Standorte noch einmal verkürzt werden und gezielt neue Standorte gesucht bzw. vorhandene ausgebaut werden, denn jeder Müll der auf oder neben den Sammelbehältern abgelegt wird kann durch den kleinsten Windstoß in der Umgebung verteilt werden und erhöht so den Reinigungsaufwand und schädigt die Umwelt“ so Ratsmitglied Badura und ergänzt: „Auch wäre eine Erweiterung der Öffnungszeiten der Recyclinghöfe und die Streichung des Ruhetags am Montag anzuraten, um so den Bürger*innen die Entsorgung von Müll zu erleichtern“. 

Die Mängel bei der Müllentsorgung veranlassen leider manche Menschen zur Entsorgung ihres Mülls auf der „grünen Wiese“. Gegen solche Umweltfrevel müsse man, so Michael Badura, entschieden vorgehen. Der Dortmunder Kommunalpolitiker unterstützt dabei auch den Gesetzentwurf, ab 2022 verpflichtende Mehrweg-Verpackungen für den Außer-Haus-Verkauf von Speisen im Angebot haben zu müssen, spricht sich aber entschieden gegen die Ausnahme von Geschäften mit kleiner Verkaufsfläche und wenigen Mitarbeiter*innen aus.

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