DIE LINKE.Gelsenkirchen: Bessere Aufklärung über neofaschistische Vorgänge innerhalb der Polizei gefordert

Die gegenwärtigen Strukturen der Polizei begünstigen ein System des Schweigens. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Skandal um das aufgedeckte rechte Netzwerk, welchen enormen Vertrauensverlust in die Polizei eine Nicht-Aufklärung derartiger extremistischer Umtriebe haben kann. Nach Droh-E-Mails unter dem widerwärtigen Lable „NSU 2.0“, wie in Hessen und zuletzt innerhalb der Berliner Polizeibehörde, zeigt der aktuelle Fall in NRW, wie weitreichend das Problem mit rechtsextrimistischen Tendenzen in der Polizei ist. Dabei ist umfassende Aufklärung geboten, um den gesamten Eisberg trocken zu legen. Es darf nicht wie bislang immer nur an der Spitze gekratz werden. Die rechte Truppe bei der Polizei Essen ist lediglich durch einen Zufall aufgeflogen. In Zukunft muss die Polizei intern selbst tätig werden und präventiv wirken! Ein System des Schweigens schadet all jenen Polizisten, die sich an das politische Neutralitätsgebot gehalten. Und es schadet der Gesellschaft an sich. Deswegen unterstützen wir die Forderungen der VVN/BdA.

 

Dazu die Pressemitteilung der VVN/BdA:
 

Antifaschisten fordern unabhängige Untersuchung der neofaschistischen Vorgänge in der Polizei ein

Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden

Rechte Hetze in Polizei-Chats, der Zufall brachte es an das Tageslicht. Gegen derzeit 29 Polizeibeamte wird ermittelt. So die Berichte zum neusten Polizeiskandal von NRW. Innenminister Herbert Reul hat darüber berichtet. Worüber nicht berichtet wurde, ist dies: Das Sondereinsatzkommando der Dortmunder Polizei und der Polizei anderer NRW Städte  trainiert in Güstrow/ Mecklenburg-Vorpommern auf einem Schießstand der rechtsterroristischen Gruppe „Nordkreuz“. Dies wurde vom Landeskriminalamt bestätigt. Am Raub von Munition bei Bundeswehr und Polizei zum Einsatz für den Tag „X“ sind demnach auch Polizisten aus Nordrhein-Westfalen beteiligt gewesen. Gruppen wie „Nordkreuz“ haben Todeslisten aufgestellt, um die darin verzeichneten Demokraten „wegzumachen“. Die VVN-BdA forderte schon vor Wochen Ministerpräsident Armin Laschet auf, für die sofortige Beendigung der Polizeikontakte in die rechte Szene hinein zu sorgen. Sofort sind alle SEK-Kräfte, die Kontakte zu den „Nordkreuz“-Leuten hatten oder noch haben, aus dem Dienst zu entfernen. Doch weder Laschet noch Reul(haben) nahmen zu dem SEK-Skandal Stellung. Es wurde von Innenminister Reul nur zum Chat-Skandal der Vizepräsident des sog. Verfassungsschutzes, Uwe Reichel-Offermann, als Sonderbeauftragter eingesetzt. 

Dieses ist ein winziger Schritt in die richtige Richtung, reicht der VVN-BdA NRW aber nicht aus. Wir fordern einen unabhängigen Ausschuss, der in alle Richtungen ermittelt. Dabei muss alles auf den Tisch, Zahlen Daten Fakten, so die VVN-BdA.

Es muss ein unabhängiger Ausschuss her, der auch über die nötigen Zeitreserven verfügt und nicht „nebenbei“ den Sonderermittler spielt. Diesem unabhängigen Ausschuss müssen volle Zugriffsrechte eingeräumt werden. Wir vermuten schon jetzt, dass eher eine juristische Abwehrschlacht beginnt, als eine lückenlose Aufklärung. Die Medien berichten bereits, einige Vorgänge seien juristisch inzwischen verjährt.

Die Beamten aus den rechten Chatgruppen und aus den Verbindungen zu den rechten Schießplätzen in Güstrow müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Sie haben, wenn sich die Tatsachen so erhärten, fortgesetzt ihren Diensteid gebrochen. Somit stehen den Beamten keine Pensionsansprüche zu. Es ist nicht zu tolerieren, dass beamtenrechtliche Verfehlung aus der Staatskasse mit „fetten“ Pensionen honoriert werden.

An den Fachhochschulen der Polizei muss auch in der Polizeiausbildung gegengesteuert werden. Auffällig ist auch, das angeblich kein Dienstvorgesetzter zu diesem Vorgang angesprochen worden ist. Auch hier scheinen Defizite vorzuliegen. 

Wir fordern den Innenminister des Landes NRW auf, alles zu überprüfen, aus Sicht der VVN-BdA gehört Rassismusbekämpfung zur DNA der Polizei, davon scheinen wir weit entfernt zu sein.

Grundsätzlich fordert die VVN-BdA eine grundlegende Überprüfung von „rechten Tendenzen“ im öffentlichen Dienst. Erinnert sei nur an den NPD Aktivisten Klaus Schäfer aus Dortmund, der Leiter der dortigen Berufsfeuerwehr war. 

 Es muss auch die Rolle und Funktion der Dienstvorgesetzten bewerten werden, insbesondere auch die Funktion der Polizeipräsidenten. Diese wollen nichts mitbekommen haben?; kaum zu glauben.

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