DIE LINKE.Gelsenkirchen: Globaler Klimastreik am 25.09.

Die Ortsgruppe von Fridays for Future Gelsenkirchen veranstaltet am 25.09. ab 13 Uhr eine Kundgebung auf dem Heinrich-König-Platz vor der Altstadtkirche. Daran schließt sich ein Protestzug durch die Innenstadt zum Hauptbahnhof an. DIE LINKE wird sich am Protest beteiligen. 

Unser Statement zum globalen Klimastreik

Der Klimawandel macht vor Ländergrenzen nicht Halt. Die Folgen sind schon heute spürbar: Starkregenereignisse, lange Dürreperioden, ein nie dagewesenes Artensterben, extreme Hitzesommer, Überschwemmungen, ausgedorrte Pflanzen und Bäume. Wir alle sind davon betroffen. Nur gemeinsam lassen sich die Auswirkungen durch kluges und entschlossenes Handeln in Zukunft bekämpfen. Für uns als LINKE ist der Klimawandel vor allem mit der Systemfrage verknüpft.

Eine Wirtschaft, die auf grenzenloses Wachstum und die Ausbeutung ganzer Länder und Gesellschaftsschichten setzt, ist nicht imstande, den Klimawandel aufzuhalten. Die natürlichen Ressourcen unseres Planeten sind begrenzt. Bereits am 22. August diesen Jahres kam es zum sogenannten „Earth Overshoot Day“. Das heißt, ab diesem Zeitpunkt haben wir mehr Ressourcen verbraucht, als die Erde innerhalb eines Jahres nachproduzieren kann. Wir leben das restliche Jahr über auf Kosten nachfolgender Generationen. Doch nicht alle Menschen beuten gleichermaßen die Natur aus und schaden in entscheidenem Maße dem Klima. Nach einem Bericht von Oxfam hat die Vermögensverteilung einen bedeutenden Einfluss darauf, wie viel Treibhausgase jeder einzelne ausstößt. Das reichste 1% verursacht doppelt so viel Treibhausgas-Emmissionen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Ein „Weiter so“ darf es in diesem Punkt nicht geben. Wir müssen uns angesichts dieser Zahlen, die Frage nach einer gerechteren Verteilung von Vermögen stellen. Denn wer der Natur, den Mitmenschen und dem Klima in besonderem Maße schadet, wird bislang eben nicht für die Folgen zur Kasse gebeten. In der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung, die auf schnelle Gewinne setzt, werden eher noch diejenigen belohnt, die sich besonders schädlich verhalten. 

Bislang hat der überwiegende Teil der Menschen keinen EInfluss auf Investitionen, die Vergabe von Krediten oder die globalen Lieferketten. Diese Aspekte müssen in Zukunft unter das Gemeinwohl gestellt werden. Dies beinhaltet eine grundlegende Abschätzung der Folgen für das Klima, soziale Auswirkungen und die Natur aber ebenso mehr Mitbestimmungsrechte für die Menschen auf Basis demokratischer Partizipation. Die Zeit, in der einige wenige wirtschaftliche Entscheidungen treffen, deren Konsequenzen uns alle betreffen, müssen sich dem Ende zuneigen. Aus diesem Grund fordern wir einen sozial-ökologischen Wandel in unserer Gesellschaft. 

Veränderung beginnt vor Ort. Deswegen können wir schon heute in den Kommunen für einen grundlegenden Umbau sorgen. Zum einen muss es eine effektive Anpassung an die Folgen des Klimawandels geben. Dies beinhaltet zum Beispiel mehr Bepflanzung in den Innenstädten und die Schaffung neuer Grünanlagen, den Ausbau von Frischluftschneisen, die Abschaffung von Steingärten, nachhaltige Landwirtschaft und eine konsequente Aufforstung. Auf der anderen Seite müssen schnell Maßnahmen für eine klimaneutrale Stadt auf den Weg gebracht werden. Dazu zählen aus unserer Sicht ein kostenloser sowie stark ausgebauter öffentlicher Nahverkehr, ein vom Straßenverkehr unabhängiges Radwegenetz, eine Ausweisung der CO2-Bilanz durch Unternehmen und eine Rekommunalisierung der Energieversorgung. Durch letzeres kann der Ausbau erneuerbarer Energien schneller vorangebracht werden. Die vielbeschworene „unsichtbare Hand des Marktes“ versagte in der Vergangenkeit bei der Umsetzung kläglich. Die gennanten Punkte sind nur Beispiele einer viel breiteren Palette erforderlicher Maßnahmen. Städte wie Stockholm haben es vorgemacht. Umso wichtiger ist es alle Bürger*innen in diesen Prozess einzubeziehen und gemeinsam weitere Ideen zu entwickeln. Gelsenkrichen muss mit gutem Beispiel voran gehen, um spätestens im Jahr 2035 klimaneutral zu werden. Ein positiver Nebeneffekt wäre desweiteren eine Steigerung der Lebensqualität für die Bürger*innen. Mehr grün, weniger Lärm und weniger Stress bei der Parkplatzsuche: Davon würden wir alle profitieren. 

 

 

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