DIE LINKE.Gelsenkirchen: Insolvenz bei Friedrich Geldbach

„Wir sprechen der Belegschaft der Friedrich Geldbach GmbH und deren Familien unsere vollste Solidarität aus. Wir rufen die Eigentümer dazu auf bis zum 23. Juli einen vernünftigen Insolvenzplan vorzulegen, der dem Standort eine Zukunftsperspektive bietet“, sagte Martin Gatzemeier, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat und Oberbürgermeisterkandidate für die Kommunalwahlen am 13. September.

Nach den angekündigten Betriebsschließungen bei Küppersbusch und Seppelfricke ist dies der dritte schwere Schlag für die verarbeitende Industrie in Gelsenkirchen. Dabei hätte die Insolvenz bei der Geldbach GmbH vermieden werden können. 

„Die Eigentümergesellschaft hat durch Fehlinvestitionen den Betrieb vor die Wand gefahren. Mahnende Stimmen der Mitarbeiter wollte man nicht hören. Das beste Beispiel: Die für die Produktion so wichtige Flanschpresse ließ die Chefetage nach der Marke Billig ist besser reparieren. Ein absoluter Skandal bei einer Maschine, von der es weltweit nur zwei Stück gibt“, so Gatzemeier weiter. 

 

Als die Flanschpresse nach einem Jahr abermals funktionsuntüchtig wurde, setze die Eigentümergesellschaft auf den Zukauf nötiger Betriebsmittel von externen Produzenten. Durch den hohen zusätzlichen  Kostenaufwand besiegelten die Eigentümer den Niedergang des Betriebs.

„Es ist völlig unverständlich, warum die Eigentümer nicht auf die Mitsprache ihrer Belegschaft gesetzt haben. Diese Aneinanderreihung von Fehlentscheidungen wäre dadurch leicht vermeidbar gewesen. Es hätte einen Gewinn für beide Seiten dargestellt. Wenn gegenüber der Belegschaft jetzt Kündigungen ausgesprochen werden, droht die Abwanderung von Fachkräften, die für eine Weiterführung des Betriebs dringend benötigt würden. Die Insolvenzverwaltung muss alles daran setzen, um die Arbeitsplätze mit einem neuen Investor in unserer Stadt zu sichern“, bekräftigte Gatzemeier.

Wie es für die Belegschaft der Friedrich Geldbach GmbH weitergeht, entscheidet sich bei einem Treffen des Insolvenzverwalters mit den Noch-Eigentümern am 23. Juli. Dabei sollen die Eigentümer einen Insolvenzplan vorlegen, der im besten Falle die Weichen für eine zukünftige Finanzierung stellt.

Für Martin Gatzemeier steht fest: „Der Fall Geldbach muss auch für die Politik ein Lehrstück sein. Die entscheidende Stärkung des Mitspracherechts der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist längst überfällig und muss von gesetzlicher Seite verankert werden. Wer tagtäglich an der Presse, der Werkbank oder dem Fließband steht, hat einen praxisbezogeneren Blick für erforderliche Verbesserungen oder notwendige Investitionen als es die Kapitaleigner haben. Allen Beteiligten muss doch nun klar sein: Einen zweiten Fall wie Geldbach, müssen wir durch tatkräftiges Handeln verhindern.“

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