DIE LINKE.Hagen: Armutslöhne im NRW-Einzelhandel – Landesregierung muss handeln!

Insgesamt verdienen 618.000 Beschäftigte einen Lohn von unter 13 Euro. Das ist mit 55 Prozent mehr als jeder Zweite. „Diese Armutslöhne sind das Ergebnis einer seit Jahren stattfindenden Tarifflucht und unter anderem der Grund dafür, warum der Einzelhandel im Pandemiejahr 2020 sein höchstes Umsatzplus seit 1994 gemacht hat“, sagt die stellvertretende Landessprecherin der Linken in NRW, Ulrike Eifler.

„Wer sich noch fragt, ob die Forderungen der Beschäftigten im Einzelhandel in der aktuellen Tarifauseinandersetzung berechtigt sind, der sollte sich diese Zahlen auf der Zunge zergehen lassen. Ich halte das für einen Skandal,“ kommentiert Eifler, die auch gleichzeitig gewerkschaftspolitische Sprecherin ihres Landesverbandes ist, und stellte sich demonstrativ hinter die Forderungen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Die Gewerkschaft fordert 4,5 Prozent plus 45 Euro mehr Gehalt, ein Mindeststundengehalt von 12,50 Euro und eine gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages. „Armutslöhne, noch dazu in einer Branche, die sich gerade in der Pandemie neben Pflege und Reinigung als systemrelevant herausgestellt hat, sind beschämend. Die Kolleginnen und Kollegen haben monatelang unter hohem Infektionsrisiko weitergearbeitet. Armutsfeste Löhne sind nicht nur verdient, sondern auch gerecht.“

Dazu sieht Eifler auch die Politik in der Verantwortung und fordert von der Landesregierung mehr Druck für eine Allgemeinverbindlichkeit. Die Bundesregierung könne Tarifverträge allgemeinverbindlich erklären, so Eifler, dann würden die Beschäftigten im Einzelhandel regional die gleichen Löhne bekommen. „Statt Bundesratsinitiativen zur Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes würde ich mir aus NRW mal eine zur Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen wünschen.“

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