DIE LINKE.Herne: Antrag an den Schulausschuss

Begründung

Es ist nicht davon auszugehen, dass ab Februar 2021 die Schulen wieder in den Normalbetrieb gehen können, sodass jetzt schon Vorbereitungen getroffen werden müssen, um Bildung für alle Schüler*innen sicherzustellen.

  • Die Situation für alle Schüler*innen in unserer Kommune ist sehr schwierig:
  • Eingeschränkter Schulunterricht
  • Verlagerung des Lernens in die Familien

Gleichzeitig bleiben aber Prüfungsanforderungen durch Klassen- und Kursarbeiten sowie Zentrale Abschlussprüfungen erhalten. Nur fehlt dabei das gemeinsame Lernen und Arbeiten mit anderen Schüler*innen, zumeist auch die individuelle Lernbegleitung durch Lehrkräfte wegen der derzeitigen Überlastung und die Corona bedingten Ausfälle.

Im letzten Jahr haben die Schulen die Erfahrung gemacht, dass die soziale Schere im Distanzunterricht deutlich noch weiter auseinanderging als bisher schon:

In einkommensarmen Familien gibt es selten arbeitsfähige Internetverbindungen. Oftmals verfügen nur die Eltern über internetfähige Mobiltelefone, sodass die Möglichkeit, am Digitalunterricht teilzunehmen, vor hohe Hürden gestellt ist, selbst bei von der Schule ausgeliehenen Tablets. Außerdem ist meist kein eigenes störungsfreies Zimmer für jedes Kind vorhanden, erst recht kein Computer mit Textverarbeitungsprogrammen und Scanner, so dass Rückmeldungen nur über verschickte Fotos von Arbeitsblättern möglich sind. Bildung für Schüler*innen aus einkommensarmen Familien wird so erheblich erschwert.

  • Die Situation für Schulen, einen den Schüler*innen nützlichen Unterricht zu organisieren, ist ebenfalls katastrophal:
  • Die Personalnot verschlimmert sich durch krankheitsbedingte Ausfälle. Ersatzpersonal steht nicht zur Verfügung.
  • Gleichzeitig Präsenz- und Distanzunterricht in der Klasse zu ermöglichen, führt zu unbefriedigenden Unterrichtsformen in Form von Frontalunterricht, die dem Lehrplan nicht entsprechen. (viel Instruktionsunterricht, keine Paar- und Gruppenarbeitsformen, keine gegenseitigen Beratungen durch Lernende, keine Schüler*innenexperimente, keine Projekte an außerschulischen Lernorten)
  • Klassen- und Kursarbeiten wurden nicht ausgesetzt, Prüfungstermine erhöhen das Stresslevel der Schüler*innen (und Eltern), worauf die Lehrkräfte aber kaum mit individualisierter Beratung und Lerntipps eingehen können. Der Druck, den „Stoff“ für die Prüfungen abzuarbeiten, lässt Schüler*innen, die weniger selbstständig lernen und arbeiten können, zurück bleiben.

Die beantragten Maßnahmen müssen sofort anlaufen, damit Projekte möglichst bald schrittweise beginnen können.

Kein Kind zurücklassen!

 

Mit freundlichen Grüßen

Veronika Buszewski

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