DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: 4000 Lehrkräfte bis 2026 – eine Herkulesaufgabe

Zur Lehrkräftebedarfsprognose 2021 bis 2035 erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Mit fast einem halben Jahr Verspätung legt Bildungsministerin Bettina Martin die Lehrkräftebedarfsprognose vor. Obwohl meine Fraktion bereits vor Wochen beantragt hat, diese dem Bildungsausschuss vorzulegen, erreichten die Informationen zunächst die Medienöffentlichkeit. Das ist eine Riesensauerei.

Aus der Prognose ergibt sich, dass die Schulen bis 2026 mindestens 4000 Lehrerinnen und Lehrer brauchen – eine Herkulesaufgabe. Zusätzliche Lehrkräfte für die Beseitigung der coronabedingten Wissenslücken, der Förderung und Betreuung der Schülerinnen und Schüler sind noch nicht einmal berücksichtigt. Darüber hinaus steht zu befürchten, dass es sich bei den Prognosen um veraltete Zahlen aus dem Jahr 2017 handelt. Die aktuelle Schülerzahlprognose 2019 weist demgegenüber 15 000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler für das Jahr 2030 aus (siehe Anlage). Somit bräuchte M-V zusätzlich 1000 Lehrkräfte.

Heute rächt sich, dass die Landesregierung eine tatsächliche Reform zur Verbesserung des Lehramtsstudiums seit Jahren scheut wie der Teufel das Weihwasser. Auch die heutige Jubelmeldung aus dem Hause des Bildungsministeriums ändert daran nichts. Immer noch sind zahlreiche der ausgeschriebenen Referendarsplätze nicht besetzt, im Jahre 2020 waren es knapp 150. Hinzu kommen 240 nicht besetzte Lehrerstellen.

Bildungsministerin Martin muss endlich dafür sorgen, dass der Vorbereitungs- und Schuldienst wesentlich attraktiver wird. Dazu gehören zügige Einstellungsverfahren, eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung für Lehrkräfte und zusätzliche Anrechnungsstunden im Alter, um erfahrene Kolleginnen und Kollegen nicht vorzeitig ziehen zu lassen. Zudem muss der Vorbereitungsdienst kurzfristig verkürzt und verbessert werden. Das Referendariat in M-V muss wieder einen besseren Ruf bekommen.“ 

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