DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Ausbildung von Fachkräften nicht gefährden

Zur coronabedingten Schließung der Werkstätten für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) in M-V erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster:

„Es wundert nicht, dass Teile der Wirtschaft verärgert darüber sind, dass die Werkstätten für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung geschlossen sind. Denn offenbar wird hier mit zweierlei Maß gemessen. Während die Abschlussklassen in die Berufsschulen zurückkehren und dort volle Klassenzimmer zu sehen sind, bleiben die Werkstätten auch für die Abschlussklassen im Handwerk dicht. Neben M-V hat sich lediglich Bayern dazu entschlossen.

In allen anderen Bundesländern wurde auf eine Schließung verzichtet, um die Ausbildung von Fachkräften nicht weiter zu gefährden. Die Entscheidung der Landesregierung ist überaus fragwürdig. Denn während in den Berufsschulen bis zu 30 Schülerinnen und Schüler in einem engen Raum sitzen, sind es in den großen Werkhallen maximal 12 Lehrlinge, die sich durch die erarbeiteten Hygienekonzepte nicht in die Quere kommen.

Durch diese Maßnahme gefährdet die Landesregierung den Nachwuchs für das Handwerk, da es fraglich ist, wie die Lehrlinge, die im kommenden Frühjahr ihre Prüfungen ablegen, diese ohne die weiterführenden praktischen Erfahrungen bestehen sollen. Hier muss unverzüglich nachgebessert werden, da sonst auch der Eindruck entsteht, dass die sonst so hoch gelobte Duale Ausbildung im Handwerk am Ende wohl doch nicht so ernst genommen wird.“

Hintergrund. Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) unterstützt die Ausbildung in Handwerksbetrieben. Auszubildende absolvieren in allen Ausbildungsjahren Lehrgänge, die von der jeweiligen Handwerkskammer als Pflichtlehrgänge bestimmt wurden. In der Regel werden in den Wochen der Lehrlingsunterweisung Spezialkenntnisse vermittelt oder vertieft, für die in vielen kleineren Handwerksbetrieben die Kapazitäten fehlen. Beispielsweise bei der Kfz-Ausbildung. Hier werden Kenntnisse für alle Motorentypen, also klassischer Verbrenner, Hybride oder Elektro, vermittelt. Dieses Spektrum kann in vielen kleineren Unternehmen nicht abgedeckt werden.

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