DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Distanzunterricht bleibt in der digitalen Wüste eine Zettelwirtschaft

Zu dem Vorschlag, ältere Schülerinnen und Schüler nach den Weihnachtsferien einige Tage später mit der Schule beginnen zu lassen, erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Es kommt einem Kopf-in-den-Sand-Stecken gleich, jetzt die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte erneut ohne Plan in den Distanzunterricht zu schicken. Die Voraussetzungen für ein geregeltes Homeschooling sind weiterhin denkbar schlecht: Es fehlen digitale Endgeräte für Lehrer oder Schüler. Mehr als die Hälfte der öffentlichen Schulen können keine Lernplattform nutzen, und gerade einmal jede fünfte Schule ist mit einem ausreichendem Breitbandanschluss erreichbar. In dieser digitalen Wüste bleibt der Distanzunterricht eine Zettelwirtschaft.

Wer einen Lockdown plant, muss zwingend auch einen Plan für danach haben. Bildungsministerin Bettina Martin darf die Zeit nicht weiter ungenutzt verstreichen lassen. Die Aufgaben für die Zeit des Homeschoolings müssen umgehend erarbeitet und an die Schülerinnen und Schüler verteilt werden. Zudem muss ein Szenario für einen gestaffelten jahrgangsweisen Schulbeginn nach den Weihnachtsferien feststehen. Dieser stufenweise Beginn des Schulbesuchs muss mit einem Schnelltest für alle Schülerinnen und Schüler verbunden werden, die die Schule wieder aufnehmen.

Nicht zuletzt muss sichergestellt werden, dass Eltern nicht wieder in die Pflicht genommen werden, ihre Kinder zu unterrichten. Die Kontakte der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und ihrer Verwandten müssen in der Zeit des Lockdowns auch tatsächlich möglichst weitgehend reduziert werden, um das Infektionsgeschehen zu senken. Ansonsten sind Schulschließungen keine Lösung, sondern allenfalls eine Kontaktbeschränkung zur Lehrkraft – und das ist fehlende Bildung!“

 

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