DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Geringe Löhne und Renten treiben Zahl der Minijobber in die Höhe

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Entwicklung der Minijobs in Mecklenburg-Vorpommern und Folgen einer möglichen Anhebung der Minijobgrenze für Beschäftigte“ (Drs. 7/5557, Anlage) erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster

„Die wesentliche Ursache für den Anstieg der Zahl der Beschäftigten und Rentner, die zusätzlich einem Minijob nachgehen, sind die niedrigen Löhne und Renten. Die Corona-Krise trifft diese Menschen besonders hart, denn auch hierzulande sind viele Minijobs weggebrochen. Die für die Monate Januar bis April vorliegenden Zahlen zeigen einen Rückgang von 85 995 auf 80 380 insgesamt und von 61 682 auf 57 322 bei den ausschließlich als Minijobbern tätigen Beschäftigten. Inzwischen dürfte der Rückgang noch stärker ausfallen.

 

Weil CDU/CSU und FDP fordern, die Minijobgrenze von 450 auf 600 Euro anzuheben, habe ich auch dazu die Haltung der Landesregierung erfragt. Nach Angaben des DGB würden damit bundesweit etwa 470 000 regulär Beschäftigte ungewollt in geringfügige Beschäftigung fallen. Zudem wäre ein rasanter Anstieg der Minijobs zu befürchten. Zahlreiche Beschäftigte in der Gleitzone könnten mit weniger Stunden das gleiche Nettogehalt erzielen, wenn sie auf Kosten ihrer sozialen Absicherung ihre Beschäftigungsverhältnisse in Minijobs umwandeln. Deshalb ist es gut, dass die Landesregierung derzeit keine derartigen Initiativen unterstützt. Das Modell Minijob ist anfällig, wie die aktuelle Krise zeigt. Geringfügig Beschäftigte sind nicht über Kurzarbeit abgesichert und oft die ersten, die entlassen werden und in der Grundsicherung landen. Einer Erhöhung der Minijobgrenze das Wort zu reden, ist daher das völlig falsche Signal.“

 

Hintergrund. Die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten geht zurück. Waren 2010 noch 75 127 Personen auf diese Art und Weise tätig, fiel die Zahl bis 2019 auf 70 098. Dagegen steigt die Zahl derart Beschäftigter in der Altersgruppe über 65 Jahre an, in den letzten neun Jahren von 10 748 auf 18 756. Ähnlich verhält es sich bei Beschäftigten, die zusätzlich zum Hauptjob noch als Minijobber tätig sind. Während 2010 noch 17 197 Personen einen Nebenerwerb hatten, waren es 2019 25 515.

Zwischen 2010 und 2019 ist die Zahl der geringfügig Beschäftigten im Land von 92 324 auf 95 613 gestiegen. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung betrug 14,7 Prozent. Mit zuletzt 51 132 war die Mehrzahl der geringfügig Beschäftigten weiblich.

 

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