DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Hilferuf der Suchtberatung verhallt bei SPD, CDU und AfD ungehört

 

Der Wirtschaftsausschuss hat heute zum Nachtragshaushalt beraten. Die Linksfraktion hat hierzu den Hilferuf der Suchtberatung aufgegriffen und den Vorschlag unterbreitet, die 26 Suchtberatungsstellen des Landes mit zusätzlichen 500 000 Euro auszustatten. Die Mittel hierfür stünden mit dem MV-Sozialfonds bereit. Dazu erklärt der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:

„In den Beratungsstellen an 37 Orten des Landes werden etwa 10 000 Hilfebedürftige betreut. Allein in den Monaten seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich das Beratungsaufkommen um 11 Prozent erhöht.

Die bislang unzureichende Finanzierung der Suchberatungsstellen durch das Land und die Kommunen zwingt die Träger zur Aufbringung von über 1,1 Mio. Euro Eigenmitteln. Das entspricht 23 Prozent der Gesamtfinanzierung und geht weit über das Maß dessen hinaus, was vor Jahren als angemessener Anteil der Eigenfinanzierung konzipiert wurde – allenfalls fünf Prozent.

Mit der zusätzlichen Finanzierung durch das Land, wie von meiner Fraktion vorgeschlagen, könnten die Suchtberatungsstellen gesichert und vollumfänglich ihren Aufgaben gerecht werden. Möglich wäre so auch eine deutlich intensivere Präventionsarbeit. Diese macht derzeit nur ein Zehntel des Arbeitsvolumens aus, während akute Hilfen neun Zehntel in Anspruch nehmen. Ziel muss sein, dieses Verhältnis umzukehren. Indes, der Hilferuf und das Ansinnen der Suchtberatung verhallten bei den Fraktionen von SPD, CDU und AfD ungehört.

Meine Fraktion fordert die Koalitionsfraktionen auf, die Unterfinanzierung der Suchtberatung nicht länger zu ignorieren und sich in der abschließenden zweiten Lesung des Nachtragshaushaltes dem Ansinnen nicht länger zu verschließen.“

 

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