DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Integrationsleistung von Zuwanderern anerkennen

Anlässlich des morgigen Internationalen Tages der Migrantinnen und Migranten erklärt die migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Karen Larisch:

„Migration hat viele Gesichter. Aus unterschiedlichen Gründen setzen sich Menschen freiwillig in Bewegung oder sind gezwungen, ihren Wohnort zu verlassen. Migration findet innerhalb eines Landes, innerhalb Europas und über die Kontinente hinweg statt – wegen der Arbeit, der Familie, einer neuen Perspektive oder auch wegen Krieg, Gewalt, Perspektivlosigkeit und verstärkt aufgrund von Klimaveränderungen.

Deutschland ist ein Einwanderungsland. In der Bundesrepublik leben 11,2 Millionen Ausländerinnen und Ausländer und 21,2 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Während auf Bundesebene 14 Prozent der Menschen einen ausländischen Pass besitzen und nahezu ein Viertel der Gesamtbevölkerung familiäre Migrationserfahrungen mitbringen, ist der Anteil von Migrantinnen und Migranten in Mecklenburg-Vorpommern mit 5 Prozent deutlich geringer. Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb sind Anstrengungen für eine gelingende Integration und Teilhabe unerlässlich. Menschen aus dem Ausland tragen in vielfältiger und bereichernder Weise zu unserer Gesellschaft bei und den Mythos, dass Ausländerinnen und Ausländer den Staatshaushalt belasten, haben Studien längst widerlegt. So tragen sie im Laufe ihres Lebens mit einer Summe in Milliardenhöhe mehr zu den öffentlichen Haushalten bei, als sie von diesen in Form von Transferleistungen erhalten. Das hat unter anderem die Bertelsmann-Stiftung herausgefunden.

Investitionen in Integration, Sprachkompetenzen, Berufsqualifizierung und Bildungsaufstiege sind deshalb enorm wichtig, die Potentiale zu entfalten und zu nutzen. Integrationsprozesse tragen der Selbstbestimmung, den individuellen Lebensverläufen und dem gesamtgesellschaftlichen Gleichgewicht bei. Die Voraussetzung für eine langfristige Perspektive im Aufnahmeland ist jedoch ein sicherer Aufenthaltsstatus. Nach wie vor werden Menschen mit guten Integrationsprognosen und -erfolgen wieder zu einer Ausreise verpflichtet. Das ist paradox, kontraproduktiv und erzeugt viel menschliches Leid.“ 

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