DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Landesregierung zeigt kein Interesse an Callcentern

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Entwicklung der Call-Center- und Contact-Service-Center bzw. CRM/CXM-Services in Mecklenburg-Vorpommern“ (Drucksache 7/5681) erklärt der wirtschafts-, arbeitsmarkt- und gewerkschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag M-V, Henning Foerster:

„Die Entwicklung der Call-Center-Branche in Mecklenburg-Vorpommern steht offensichtlich nicht im Fokus der Landesregierung, wie aus deren Antwort auf meine Kleine Anfrage hervorgeht.

Obwohl sich die Branche seit vielen Jahren zumindest bei der Umsatzentwicklung oberhalb der ostdeutschen Bundesländer und sogar im Bundesvergleich bewegt, was ziemlich einzigartig für unser Bundesland sein dürfte, hat die Landesregierung keinerlei Erkenntnisse über eine mögliche Entwicklung und Handlungsbedarfe der Branche.

Nichts zu wissen, scheint wiedermal ein sanftes Ruhekissen zu sein für diese Landesregierung. Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum die Löhne der Beschäftigten in den Call-Centern in M-V trotz deutlich höherer Umsätze als bundesweit genauso deutlich am Ende der Lohnleiter liegen. Mit einem Median-Lohn von 1865 Euro brutto pro Monat liegt M-V auf dem drittletzten Platz. Weniger verdienen nur noch Callcenter-Agenten in Brandenburg und Bremen.“

Hintergrund: Die 32 Call-Center (CC) in M-V erzielten im Jahr 2010 insgesamt einen Umsatz in Höhe von 45,114 Mio. Euro, was im Durchschnitt 1,409 Mio. Euro entspricht. Im Jahr 2018 stieg der Umsatz der nun noch 26 CC auf 114,527 Mio. Euro, was einer Steigerung um 154 Prozent und einem durchschnittlichen Einzelumsatz in Höhe von 4,4 Mio. Euro entspricht. Bundesweit haben die 816 CC 2018 einen Umsatz in Höhe von 2,371 Mrd. Euro erzielt, was im Durchschnitt 2,9 Mio. Euro entspricht. Im Vergleich zum Jahr 2010 entspricht das einer Umsatzsteigerung um 41 Prozent. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit https://con.arbeitsagentur.de/prod/entgeltatlas/ liegt der Median-Lohn im CC in M-V bei 1.865 Euro, in Brandenburg bei 1.853 Euro, in Bremen bei 1.719 Euro. In Hamburg beträgt der Median-Lohn 2.474 Euro. Bundesweiter Spitzenreiter ist Hessen mit 2.929 Euro brutto pro Monat.

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