DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern weiter in der Armutsfalle gefangen

Zu den heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes zur Entwicklung der Armutsgefährdung in Mecklenburg-Vorpommern 2014 bis 2019 erklärt die Vorsitzende der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Die Armut und Armutsgefährdung in unserem Land ist weiterhin erschreckend hoch. Im Bundesvergleich ist fast jede und jeder Fünfte der Bevölkerung davon betroffen. Nach Bremen ist Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit Sachsen-Anhalt und Berlin am stärksten in der Armutsfalle gefangen. 

Betrachtet man die landesspezifische Armutsschwelle, dann ist die Armutsgefährdung seit 2014 sogar um 1,4 Prozent gestiegen und mehr Menschen sind von Armut bedroht. Dramatisch steigt die Zahl bei den jungen Erwachsenen (+7,3 Prozent), den Erwerbslosen (+11,2 Prozent) und den Alleinerziehenden (+7,8 Prozent). Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen, aber auch jede dritte Alleinerziehende ist von Armut betroffen oder davon bedroht.

Auch Paare mit Kindern, Geringqualifizierte und Einpersonenhaushalte leben zunehmend in Armut.

Wir können und dürfen nicht zulassen, dass Frauen, Männer und Kinder in Armut stürzen und dort im Abseits verharren. Wir müssen Wege finden, die Menschen aus der Armutsfalle zu holen, und dafür sorgen, dass Armut erst gar nicht entsteht. Zuallererst brauchen wir einen Mindeststundenlohn von 13 Euro, eine Anhebung des Hartz-IV-Satzes sowie eine eigenständige Kinder-Grundsicherung. Wir müssen das Leben und dürfen nicht lediglich das Überleben sichern.

 

Die jahrelangen Beteuerungen der Bundes- und Landesregierung helfen ebenso wenig wie die von ihnen eingeleiteten Maßnahmen greifen. Wir brauchen eine schonungslose Analyse der Situation und eine Debatte ohne Scheuklappen. Erforderlich ist ein von den Wohlfahrtsverbänden und meiner Fraktion seit Jahren geforderter Armuts- und Reichtumsbericht für M-V, auf dessen Grundlage gezielt wirksame Maßnahmen entwickelt werden können.“

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