DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Nordkreuz-Filz unter Schirmherrschaft des Innenministers

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Schießtraining der Polizei auf dem Schießplatz ‚Großer Bockhorst‘“ (Drs. 7/4940, Anlage) erklärt der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter:

„Die Antwort bestätigt Medienberichte, die auf enge Verflechtungen des Innenministeriums zu einem dubiosen Schießplatz in Güstrow hinwiesen. Dieser könnte dem Nordkreuz-Netzwerk als Munitionsumschlagsplatz gedient haben. 

Offenbar völlig sorglos gab man einem privaten Schießplatzbetreiber über Jahre hinweg nicht nur detaillierte Einblicke in sensibelste Einsatztaktiken der Polizei. Teile der Aus- und Fortbildung von Polizeibeamten legte das Innenministerium gleich in die Hände einer Firma, die Verbindungen zum potentiell rechtsterroristischen Nordkreuz-Netzwerk aufweisen soll. Von grober Fahrlässigkeit mag man angesichts der Dimension des Nordkreuz-Komplexes kaum noch sprechen.

Es ist durch nichts zu rechtfertigen, dass diese Zusammenarbeit nicht unmittelbar nach dem Auffliegen der Nordkreuz-Machenschaften im August 2017 beendet wurde. Erst als knapp zwei Jahre später der frühere Elitepolizist und Kopf des Nordkreuz-Netzwerks, Marko G., in Untersuchungshaft kam, wurde dem Innenministerium diese mehr als zweifelhafte Kooperation offenbar zu heiß.

Noch 2018 posierte der Innenminister als Schirmherr für die ‚Special Forces Workshops‘ der Firma ‚Baltic Shooters‘. Knapp 2000 Euro ließ das Innenministerium zudem jährlich für diese Zusammenkunft sämtlicher Eliteeinheiten der Polizei springen. Obwohl die Zusammenarbeit in der Zwischenzeit eingestellt wurde, darf die Causa nicht als erledigt betrachtet werden.“

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