DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Prinzip Hoffnung ersetzt weder belastbare Zahlen noch eine Impfstrategie

Zu den von der Landesregierung genannten Zahlen für die Corona-Impfung ab dem 27. Dezember erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin

„Meine Fraktion dankt allen Einsatzkräften, die die Impfzentren im Land in kürzester Zeit aufgebaut haben, und allen Ärztinnen und Ärzten sowie allen Helferinnen und Helfern, die für die Impfung dort sowie in den mobilen Impfteams in den kommenden Wochen zur Verfügung stehen. Diese Leistung der Gesundheitsämter und Kreisverwaltungen zeugt von einer großen Solidarität und verdient höchste Anerkennung.

Bei aller Freude und Zuversicht darüber, dass ein Impfstoff zur Verfügung steht, sollte die Landesregierung mit ihren Impf-Zielen allerdings realistisch bleiben. So strebt Gesundheitsminister Harry Glawe bis zum Sommer 2021 die Impfung von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung an, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Dies entspräche 960 000 bis 1,12 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern, bis Ende Juni pro Monat 160 000 bis 187 000 Impfungen. Da im Januar lediglich 15 000 Personen geimpft werden können und die monatliche Impfkapazität in den Zentren ab März mit 75 000 angegeben wird, werden wir bei nüchterner Betrachtung in M-V bis Ende August wohl eher die Zahl von rund 500 000 abgeschlossen Geimpften erreichen – wenn alles gut läuft und alle mitmachen.

Es ist verständlich, dass gerade in diesen Tagen auch die Landesregierung  auf das Prinzip Hoffnung setzt. Aber das ersetzt keine belastbaren Zahlen und keine Strategie für die nächsten Wochen und Monate. Wir werden den Chefberater der Ministerpräsidentin, Prof. Emil Reisinger, Anfang kommenden Jahres in unsere Fraktion einladen, um uns aus erster Hand u. a. über mögliche Impfszenarien informieren zu lassen.“

 

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