DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Schülerfirmen brauchen mehr als warme Worte

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Schülerfirmen in Mecklenburg-Vorpommern“ (Drs. 7/5903) erklärt der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster:

„Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Bundesländern mit dem geringsten Gründungsgeschehen, und auch die Sicherung der Betriebsnachfolge ist oft problematisch. Vor diesem Hintergrund sind Schülerfirmen als Bestandteil des Schulalltags von zentraler Bedeutung. Schülerfirmen helfen jungen Leuten dabei, Verantwortungsbewusstsein und die Prinzipien wirtschaftlichen Denkens und Handelns zu erlernen und zu üben. Die Kenntnisse und Fähigkeiten, die durch das unternehmerische Wirken erworben werden, sind somit für die klein- und mittelständisch geprägte Wirtschaftsstruktur des Landes von besonderem Wert.

Auch deshalb ist es ein Trauerspiel, wie die Landesregierung das einstige Erfolgsprojekt verkümmern lässt. Bei dem anhaltenden Verschwinden von Schülerfirmen von einer Erfolgsgeschichte zu sprechen, grenzt an Hohn. Von ehemals 145 Schülerfirmen existieren heute noch 62. Dies bedeutet einen Rückgang um 57 Prozent! An dieser Negativentwicklung hat die Landesregierung maßgeblichen Anteil. Mit dem ‚Landeskonzept für den Übergang von der Schule in den Beruf‘ wurde den Schülerfirmen die bis dahin erfolgreiche Förderung und Unterstützung entzogen. Mit der geplanten Einführung der Umsatzsteuerpflicht ab 2023 droht neues Ungemach.

Wenn die Landesregierung ihre eigene Einschätzung zur Wichtigkeit der Schülerfirmen als Instrument der praktischen Berufsorientierung ernst meint, muss sie ihren Kurs schleunigst ändern. Sie muss sich auf Bundesebene für die Beibehaltung der Umsatzsteuerbefreiung der Schülerfirmen einsetzen und hierzulande die einstige Förderung und Unterstützung wiederbeleben. Darüber hinaus müssen positive Beispiele landesweit bekannt gemacht werden und es sind finanzielle Anreize zu schaffen, etwa durch regelmäßige Wettbewerbe mit attraktiven Preisgeldern.“

Nachrichtenquelle: Read More