DIE LINKE.Mecklenburg-Vorpommern: Wiederholung des Schuljahrs würde das Bildungssystem sprengen

Zur Diskussion über die Gestaltung des künftigen Unterrichts und mögliche Wiederholungen des Schuljahrs erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Der sogenannte Distanzunterricht ist kein Unterricht, sondern ein mehr oder weniger beaufsichtigtes Abarbeiten von Aufgaben. Deswegen müssen alle Schülerinnen und Schüler so schnell und so oft wie möglich wieder die Schulen besuchen, sofern es das Infektionsgeschehen zulässt. Im Homeschooling fehlt der Kontakt zu den Lehrkräften und deren Aufgaben müssen viel zu oft von den Eltern übernommen werden. Bereits seit Monaten managen sie neben der Arbeit, Familie und Haushalt den Unterricht ihrer Kinder. Das führt auf Dauer zu einer Überforderung und ist den Eltern nicht fortlaufend zuzumuten.

Die Fülle an Wissen, die seit annähernd einem Jahr verloren gegangen ist, kann nicht mal eben im Vorbeigehen nachgeholt werden. Allerdings ist die Wiederholung des gesamten Schuljahres für alle Schülerinnen und Schüler keine Option. Damit würden alle Kinder und Jugendlichen über einen Kamm geschoren und jene bestraft, die trotz der Widrigkeiten gut gelernt haben. Darüber hinaus würde ein solche Maßnahme die Kapazitäten des ohnehin angespannten Bildungssystems sprengen. Neben den zusätzlichen Klassenräumen müssten zum kommenden Schuljahr mindestens 3000 Lehrkräfte eingestellt werden – es stehen aber gerade mal 300 neue ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung. Massiver Unterrichtsausfall wäre programmiert, und damit wäre niemandem geholfen.

 

Eine freiwillige Wiederholung des Schuljahrs sollte möglich sein – aber nur im Einzelfall. Zugleich darf eine Versetzung nicht erfolgen, wenn dafür die Voraussetzungen nicht vorliegen. Um bestehende Lücken zu schließen, müssen in den Sommer- und Winterferien flächendeckend wieder verstärkt Ferienlernkurse angeboten werden. Zudem müssen Nachhilfekurse auch von privaten Anbietern allen Schülerinnen und Schülern offenstehen und durch das Land finanziert werden.“

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