DIE LINKE.Münster: Multiplikatorenabend zu „Münsters Mitte“ zielt auf Verdrängung

Vergangene Woche fanden unter der Überschrift „Stadt.Raum.Leben – Münsters Mitte machen!“ die Auftaktveranstaltungen zur Entwicklung eines Innenstadtentwicklungskonzeptes statt. Zu seinen ersten Eindrücken erklärt Ulrich Thoden, Sprecher der Linksfraktion im Stadtrat von Münster:

„Auf dem Multiplikatorenabend wurden große Visionen für die Weiterentwicklung von Münsters Mitte beschworen. Zahlreiche Lobbyverbände, Stadtmarketing und Raumplaner spielten sich dabei die Bälle zu und betonten, wie wichtig die Aufwertung und Attraktivierung der Innenstadt sei. Deutlich wurde, dass es vielen ‚Multiplikatoren‘ dabei nicht vorrangig um den Prinzipalmarkt und angrenzende Straßen geht, sondern um eine tiefgreifende Umgestaltung beliebter Wohnquartiere, beispielsweise das Martiniviertel, Bahnhofsviertel und das Hansaviertel. Wohin die Reise gehen soll, war trotz des üblichen Marketingsprechs klar zu erkennen: Diese Wölfe im Schafpelz sprechen von ‚Vielfalt‘ und ‚Stadt für alle’. In Wirklichkeit sollen auf Hochglanz gebrachte Quartiere den ansässigen Unternehmern mehr Geld in die Kassen spülen und neue Investoren anziehen.“

Ortrud Philipp, Fraktionsvorsitzende und planungspolitische Sprecherin der Linksfraktion in Münster ergänzt:

„Hier wird auf einen weiteren, vorrangig profitorientierten Ausbau des Immobilien- und Wohnungsmarkts gezielt, der Menschen aus der Mittelschicht sowie Geringverdienende zwangsläufig aus ihren Vierteln verdrängen wird. Der Wohnraum, welcher nach der angestrebten Aufwertungswelle zwischen Hotels, Gastronomie, Büros und Shoppingmeilen übrig bleibt, wird für Normalverdiener unbezahlbar sein. Das absehbare Resultat einer solcher Innenstadtentwicklung ist ein Museumsdorf für Wohlhabende und Touristen, in dem die Lebenswelt der ehemaligen Bewohner nur noch szenige Kulisse für überteuerte Immobilien und Konsumevents ist.

Alle, die eine solche Entwicklung kritisch sehen, sollten jetzt wach werden und den Prozess bis zum finalen Innenstadtkonzept kritisch begleiten. Wir brauchen ein erweitertes Milieuschutzkonzept für die jetzigen Bewohner der betroffenen Quartiere, deutlich mehr sozialen Wohnungsbau in öffentlicher Hand, sowie nicht-kommerzielle Begegnungsorte auch im Innenstadtbereich.“

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