DIE LINKE.Niedersachsen: DIE LINKE. Niedersachsen fordert lückenlose Aufklärung im Fall des in Polizeigewahrsam verstorbenen Qosay K.

In Delmenhorst starb der 19-jährige Qosay K., in der Nacht vom 05.03.2021, nachdem er in Polizeigewahrsam zusammenbrach. Trotz der noch andauernden Untersuchungen steht fest, dass er wegen des Verdachts auf den Besitz von Cannabis festgenommen wurde. Während der Festnahme kam es zum Einsatz von Pfefferspray.

Heidi Reichinnek, Landesvorsitzende der Linken Niedersachsen erklärt dazu: „Wir fordern lückenlose Aufklärung seitens der Polizei – und das sofort! Kein Verschleppen, kein Verlegen von Beweisen – Viel zu oft ermitteln Polizeibeamte gegen ihre eigenen Kollegen, es ist gut, dass die Polizeiinspektion Oldenburg/Ammerland jetzt die Ermittlungen in diesem Fall übernimmt. Seit 1990 gab es in Deutschland mindestens 159 ungeklärte Tode in Polizeigewahrsam, unter anderem den von Oury Jalloh, der 2005 in einer Gefängniszelle in Dessau verbrannte. Das zeigt, dass eine Aufarbeitung alles andere als selbstverständlich ist. Im Gegenteil. Viel zu oft bleiben Fragen ungeklärt. Was ist vorgefallen, warum wurde in dieser Situation Pfefferspray eingesetzt? Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags warnt vor dem Einsatz von Pfefferspray. Es besteht eine Gefahr‚ insbesondere für solche Personen, die unter Drogeneinfluss stehen oder Psychopharmaka eingenommen haben‘.“

Salim Hemeed, Mitglied im Landesvorstand der niedersächsischen Linken ergänzt: „Wir werden den Fall weiterhin im Auge behalten und Druck machen, für eine vollständige und lückenlose Aufklärung. Unter anderem die Aussagen der Schwester des zweiten von der Kontrolle betroffenen jungen Mannes, dem Verstorbenen sei ärztliche Hilfe verwehrt worden, ist dringend zu prüfen. Er darf nicht ein weiterer von vielen ungeklärten Todesfällen in Polizeigewahrsam bleiben. Auch wenn die Ermittlungen andauern, zeigt uns dieser Fall ein weiteres Mal deutlich: Wir brauchen dringend eine grundlegend andere Drogenpolitik und einen besseren Umgang der Strafermittlungsbehörden mit Drogendelikten. Auch die Einrichtung einer unabhängigen Ermittlungsbehörde bei Fällen (vermuteter) Polizeigewalt oder anderer Straftaten im Dienst ist lange überfällig.“

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