DIE LINKE.Niedersachsen: Gilde-Brauerei: Traditionsunternehmen und seine Belegschaft brauchen Zukunftsperspektiven

„Wer einen funktionierenden Betrieb zerschlägt und die Teilbetriebe dann mit Marionetten in den Geschäftsführungen weiterbetreibt, einzig um die Mitbestimmung des Betriebsrats auszuhebeln und die streikenden Beschäftigten einzuschüchtern, muss damit rechnen, dass das gewaltig in die Hose geht. Jetzt die Corona-Krise vorzuschieben und vom eigenen Versagen abzulenken, nutzt weder dem Unternehmen noch den Beschäftigten der Hannoveraner Traditionsbrauerei“, kommentiert Lars Leopold, Landesvorsitzender der niedersächsischen LINKEN, die jüngsten Entwicklungen bei der Gilde-Brauerei. Jeweils zum 01.10.2020 stellen die Fass- und Flaschenabfüllgesellschaft Hannover GmbH mit 28 Beschäftigten und die Leine Logistik GmbH mit 36 Beschäftigten einen Insolvenzantrag. Leopold weiter: „Die jetzigen Insolvenzanträge sind hausgemacht und trauriger Höhepunkt der starren Verweigerungshaltung der Geschäftsführer der Gilde-Brauerei, mit ihren Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft NGG über einen Tarifvertrag zu verhandeln. Lieber nehmen sie offenbar ein Ende der Hannoveraner Traditionsbrauerei in Kauf. Anders ist es nicht zu erklären, warum die Geschäftsführungen keine Maßnahmen zur Abwendung einer möglichen Insolvenz ergriffen haben. So wurden offenbar keine oder kaum Kurzarbeit angemeldet, sondern sogar noch Aufträge und Volumen ausgelagert. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich hier frisches Bier schnell als abgestandene Plörre, wenn uns die Geschäftsführung der TCB-Konzernmutter und ihrer geschäftsführenden Handlanger in den abgespaltenen Gilde-Betrieben die Insolvenzen als Verluste durch die Corona-Pandemie verkaufen wollen. Damit lenken sie sind einzig und allein von ihrem Totalversagen ab.“

LINKEN-Co-Vorsitzende Heidi Reichinnek ergänzt: „Als LINKE stehen wir seit Beginn der Tarifauseinandersetzungen solidarisch an der Seite der Belegschaft, des Betriebsrates und der NGG. Die Nachricht von den Insolvenzanträgen ist ein weiterer Schlag ins Gesicht der zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fass- und Flaschenabfüllgesellschaft Hannover GmbH und der Leine Logistik GmbH. Auch wenn sie jetzt unbeteiligt tun, sind es nach wie vor die TCB- und Gilde-Geschäftsführer Karsten Uhlmann und Mike Gärtner, die über Wohl und Wehe der Gilde bzw. der abgespaltenen Betriebe entscheiden. Daher fordern wir die Geschäftsführung der Gilde auf, endlich mit allen Beteiligten an den Verhandlungstisch zurückzukehren und tragfähige Lösungen für das Traditionsunternehmen zu präsentieren und Zukunftsperspektiven im Sinne aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erarbeiten!“

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