DIE LINKE.Niedersachsen: Verbindliche Frauenquoten in Vorständen – schon längst überfällig!

Zu den Diskussionen um eine Frauenquote in Vorständen äußert sich Heidi Reichinnek, Vorsitzende der LINKEN. Niedersachsen: „Qualifizierte Frauen brauchen keine Frauenquote – so die überhebliche Reaktion, die in jeder Diskussion zum Thema mindestens einmal voller Stolz präsentiert wird. Mit Blick darauf, dass Frauen knapp über 50% der Bevölkerung stellen, im Bundestag aber nur zu 31 Prozent, in Vorständen von DAX-Unternehmen nur zu 12,9 Prozent vertreten sind, scheint das ja zu heißen, dass Frauen wohl doch einfach den Männern unterlegen sein müssen. Nicht anderes schwingt in der reflexhaften Abwehrhaltung gegen verpflichtende Frauenquoten mit. Als LINKE. setzen wir uns umso vehementer dafür ein, Frauen dabei zu unterstützen, den ihnen zustehenden Platz in der Gesellschaft zu bekommen. Dafür ist die vorliegende Einigung natürlich bei weitem nicht ausreichend. Wir fordern eine Frauenquote von 50% für Vorstände. Denn eins ist klar: Frauenquoten dienen vor allem dazu, Bewegung in die Gesellschaft zu bringen. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben – und da steht uns noch ein langer Weg bevor.“

Franziska Junker, Vorstandsmitglied der LINKEN. Niedersachsen führt aus: „Vor hundert Jahren erkämpften die Frauen in Deutschland nach jahrelangen harten politischen Auseinandersetzungen das allgemeine aktive und passive Wahlrecht. Seitdem hat die Frauenbewegung viel erreicht. Gleichgestellt sind Männer und Frauen jedoch bis heute nicht. Offenbar ist das Frauenbild in Deutschland immer noch sehr traditionell, die Sorge- und Pflegearbeit noch immer überwiegend weiblich und die monetäre Wertschätzung entsprechend geringer, als bei typisch männlichen Berufen. Wir benötigen neue Aushandlungsprozesse zwischen den Geschlechtern, Care- und Pflegearbeit als gemeinsame Aufgabe zu verstehen und sich entsprechend zu beteiligen. Wir brauchen eine funktionierende öffentliche Daseinsvorsorge, die allen die Chance gibt ihr Leben so zu gestalten, wie sie es wünschen. Der Großteil der Frauen kämpft für mehr Lebensqualität in allen Bereichen statt für Kapitalinteressen, kein Wunder, dass das so MANNchem Angst macht…“

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