DIE LINKE.NRW: Beispiel Conti zeigt: Konzerne wälzen Risiken für Strukturwandel auf die Beschäftigten ab

Aus Sicht des Kreissprechers ist die Schließung des Conti-Werks ein weiteres Beispiel für die Rücksichtslosigkeit, mit der sich der Strukturwandel in der Automobil- und Zulieferindustrie aktuell vollziehe. Der Reifenhersteller sei solvent und mache hohe Profite. Dass das Management trotzdem entscheide, bundesweit 13.000 und in Aachen 1.800 Stellen abzubauen, zeige, dass der Konzern das Risiko des Strukturwandels auf die Beschäftigten abwälzen wolle. „Die Bundesrepublik steht vor einer Mobilitätswende. Doch dieser Prozess wird politisch nicht gesteuert, denn nach wie vor fehlt dafür ein Mobilitätskonzept. Für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs werden auch weiterhin Reifen benötigt. Die dafür notwendige Industrie kann aber nur erhalten werden, wenn Bund und Länder die Produktion an den gesellschaftlichen Bedarf anpassen“, sagt Gvozden und bezeichnete es geradezu fahrlässig, dass die Politik hier nicht eingreife.

Die gewerkschaftspolitische Sprecherin der nordrhein-westfälischen LINKEN, Ulrike Eifler, unterstreicht in diesem Zusammenhang die Dringlichkeit für die Gestaltung der Rahmenbedingung durch die Politik: „Aus der Vergangenheit wissen wir um die großen Herausforderungen in Branchenumbrüchen. Da gibt es Veränderungen im Produktionsprozess, im Vertrieb, in der Vermarktung und entlang der Wertschöpfungskette. Egal ob in der Stahl- oder Kohlekrise, historisch war Qualifizierung immer ein Schlüsselelement, um die Beschäftigten auf neue Aufgaben vorzubereiten.“ Es sei unverantwortlich, dass Conti auf Kündigung, statt auf Qualifizierung setze und von der Politik nicht in die Schranken gewiesen würde.

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