DIE LINKE.NRW: Gender Pay Gap: Eine schreiende Ungerechtigkeit!

Dabei habe sich die Einkommensungleichheit infolge der Corona-Krise noch einmal verschärft. Durch die Schließung von Kitas und Schulen mussten vor allem Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren oder ihren Beruf ganz aufgeben. „Bereits vor der Krise haben sich sechs Prozent der Männer, aber 62 Prozent der Frauen überwiegend um Kinder und zu pflegende Angehörige gekümmert“, erklärt die frauenpolitische Sprecherin Michaele Gincel-Reinhardt. „Minijobber*innen, in der Gastronomie oder der Tourismusbranche beschäftigte Frauen gehören zu den Verlierer*innen. Die fehlende Kinderbetreuung und der Verlust des Arbeitsplatzes führen zu einer Re-Traditionalisierung der Rolle der Frau. Die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit zu Lasten der Frauen hat sich verfestigt.“

Gincel-Reinhardt und Bartelmus-Scholich sind sich einig, dass es politische Impulse brauche, um Geschlechtergerechtigkeit herzustellen. „Offen bleibt, ob die Ausweitung des Homeoffice die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen schließen und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleisten kann. In der Praxis führt diese Regelung momentan eher zu einer höheren Belastung der Frauen,“ so Gincel-Reinhardt. Vor diesem Hintergrund brauche es vielmehr neue Arbeitszeitmodelle. „Aus unserer Sicht erfordert die Herstellung der Chancengleichheit eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 30 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Dann nämlich können die Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen gleichermaßen von Männern und Frauen geleistet werden,“ schließt Edith Bartelmus-Scholi

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