DIE LINKE.Sachsen-Anhalt: DIE LINKE. Sachsen-Anhalt fordert das Ende ausbeuterischer Werkverträge.

Erneut gerät ein Tönnies-Werk aufgrund hoher Covid-19-Infektionen in die Schlagzeilen. Bereits im Frühjahr/Sommer 2020 waren im Werk in Rheda-Wiedenbrück über 1500 Arbeiter*innen mit dem Virus infiziert. Nun meldet die Mitteldeutsche Zeitung 172 infizierte Beschäftigte im Werk in Weißenfels. Von dem in der Stadt Weißenfels momentan infizierten 255 Menschen, sind über die Hälfte Mitarbeiter*innen bei Tönnies.

Spätestens seit den unwahrscheinlich hohen Infektionsraten im Werk in Rheda-Wiedenbrück war klar, dass gerade Fleischarbeiter*innen einem hohen Risiko ausgesetzt sind, sich mit dem Virus zu infizieren. Hierbei spielen nicht nur die Arbeits- und Hygienebedingungen, eine große Rolle, sondern auch die Unterbringung und die Beförderung vom und zum Werk. Schon viel länger ist aber auch klar, dass gerade migrantische Arbeitskräfte, die zumeist prekär im Rahmen von Werkverträgen und Leiharbeit beschäftigt sind und meist mit zu vielen Menschen auf zu engem Raum untergebracht sind, besonders gefährdet sind.

DIE LINKE. Sachsen-Anhalt fordert daher weiterhin das Ende ausbeuterischer Werkverträge. Firmen wie Tönnies dürfen sich nicht durch arbeitsrechtliche Tricks und das Abwälzen auf Sub-Unternehmen aus der Verantwortung für alle Beschäftigte, für deren Entgelte und die Arbeitsbedingungen stehlen. Sie stehen auch in der Verantwortung für eine menschenwürdige Unterbringung und geeignete Beförderungsmöglichkeiten zum Werk, bei denen auch der Abstand eingehalten werden kann.

Das vom Bundesarbeitsminister Hubertus Heil auf den Weg gebrachte Arbeitsschutzkontrollgesetz soll auch das Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischindustrie beinhalten. Jedoch bleibt es gerade auch im Bereich der stringenten Arbeitsschutzkontrollen hinter den Erwartungen zurück. Und es kommt zu spät, wie die neuen Ausbrüche zeigen. »Es braucht jetzt konsequentes Handeln und strenge Arbeitsschutzkontrollen vor Ort. Die Landesregierung muss den Landkreis bei den notwendigen Quarantänemaßnahmen und weiteren Schritten zur Eindämmung der Pandemie unterstützen. Es muss jetzt alles dafür getan werden, dass sich das Virus nicht wie bisher gerade in Fleischverarbeitungsbetrieben weiter verbreiten kann«, erklärt Janina Böttger, stellvertretende Landesvorsitzende.

Den betroffenen Beschäftigten wünschen wir einen unkomplizierten Verlauf und eine baldige Genesung, wohl wissend, dass gerade auch aufgrund der Werkverträge sie meist keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bekommen und dadurch noch stärker finanziellem Druck gerade kurz vor Weihnachten ausgesetzt sind.

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