DIE LINKE.Sachsen-Anhalt: Einschulung nach vermeintlicher Herkunft ist ein unverzeihlicher Fehler!

Nach Auskunft betroffener Eltern wurden in der Grundschule in Burg-Süd die neuen Schulanfänger*innen nicht nach ihren Wohnbereichen oder ihren bisherigen Kindergartengruppen in die drei ersten Klassen eingeschult, sondern nach ihrer vermeintlichen Herkunft. So sollen die Kinder, die als nicht deutsch wahrgenommen wurden, in einer Klasse zusammengefasst und damit von der Mehrheit der Mitschüler*innen getrennt worden sein. Dazu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecher, Thomas Lippmann:

»Wenn die Aussagen der Eltern zutreffen und die Kinder ohne nachvollziehbaren Grund nach ihrer vermeintlichen oder tatsächlichen migrantischen Herkunft in die Klassen eingeteilt wurden, dann ist das ein unverzeihlicher Fehler der Schulleitung. Wenn Menschen nach ihrer Erscheinung sortiert und in Deutsche und „die anderen“ eingeteilt werden, dann ist das nichts anderes als Rassismus. Damit wurde der von den Kindern und ihren Eltern mit viel Freude erwartete Schulanfang einer schweren Belastung ausgesetzt, die so schnell nicht wieder gutzumachen ist.

Wenn es zutrifft, dass das Landesschulamt von diesen Plänen der Schulleitung zuvor Kenntnis hatte, dann muss gefragt werden, weshalb dieses Ansinnen nicht sofort unterbunden und eine normale Klassenbildung veranlasst wurde. Darüber hinaus ist zu klären, ob es solche Klassenbildungen, die auf Separierung hinauslaufen, die keine zeitlich begrenzten Sprachförderklassen sind, auch noch an anderen Schulen gibt. Sollte es sich bei dem Vorgang in Burg um mehr als einen Einzelfall handeln, müssen die Schulbehörden erklären, wie Wiederholungen in der Zukunft ausgeschlossen werden.

Es mag als guter Wille gedacht gewesen sein, mit den migrantischen Kindern eine kleine Klasse zu bilden und diese durch einen Lehrer mit Migrationshintergrund unterrichten zu lassen. Es ist aber das glatte Gegenteil von pädagogisch sinnvoll und integrativ. Den Berichten der Eltern und des Landesnetzwerks der Migrantenorganisationen zufolge gibt es für die 13 betroffenen Kinder keinen spezifischen Sprachförderungsbedarf. Viele seien in Deutschland geboren, alle haben Kitas besucht. Diese Kinder wurden durch die Klasseneinteilung in Burg diskriminiert und dafür darf es in unseren Schulen keinen Platz geben.«

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