DIE LINKE.Sachsen: Zum Welttag der Menschen mit Behinderungen

Zum Welttag der Menschen mit Behinderungen erklären die Landesinklusionsbeauftragten Ann-Kathrin Legath und Birger Höhn:

Der Welttag für Menschen mit Behinderungen wurde  1981 von den Vereinten Nationen imitiert, um auf behinderte Menschen aufmerksam zu machen und sie stärker in den Focus der Öffentlichkeit zu rücken.

Aus aktiver Sicht muss dies unbedingt dahin ergänzt werden, dass behinderte Menschen mehrheitlich nicht unter ihrer Behinderung leiden, sondern viel eher unter einer zunehmenden behindertenfeindlichen Gesellschaft. Behindertenfeindlichkeit muss in jedweder Form entschieden bekämpft werden.

Die Behindertenbewegung in Deutschland konnte zwar einige Fortschritte erreichen, wie zum Beispiel das Bundesteilhabegesetz. Aber selbst diese kleinen Fortschritte mussten hart erkämpft und erstritten werden. Nach wie vor müssen Menschen mit Behinderungen, die zu Hause wohnen, um ihre Assistenzen kämpfen. Oft in Widerspruchsverfahren und vor Gericht. Ihr gesellschaftlicher Protest, zum Beispiel gegen das Intensivpflegestärkungsgesetz (IPREG) verhallt leider zu oft relativ ungehört in der Vielzahl anderer Nachrichten. Das muss sich ändern!

Die Corona Pandemie hat dies nochmal zunehmend verschärft: Ungerechtigkeiten, die vorher schon existent waren, wurden jetzt noch deutlicher.  Ganz besonders zu sehen an den „Sonderwelten“ wie zum Beispiel Sonder- oder Förderschulen, Behindertenwerkstätten, Bildung allgemein, Wohnen, barrierefreie Mobilität, Freizeit usw. Dazu kamen Kontroversen wie zum Beispiel die Maskenpflicht, die auch in der Behindertenbewegung selbst sehr heiß diskutiert wurde.

Das Virus wird uns noch eine Weile begleiten. Von daher appellieren wir einfach was die Frage pro und contra Maskenpflicht angeht an die Sensibilität und Solidarität aller untereinander.

Und darüber hinaus fordern wir, inner- wie außerparteilich, zusammen mit der Behindertenbewegung nach wie vor wie seit 14 Jahren – so alt ist sie nämlich schon – die volle Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention in Deutschland!

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