DIE LINKE.Siegen-Wittgenstein: Appell an den Landrat – Das Impftempo muss dringend erhöht werden

DIE LINKE Siegen-Wittgenstein und die Siegener Bundestagsabgeordnete Sylvia Gabelmann appellieren an Landrat Andreas Müller, gegenüber dem Gesundheitsminister NRW Karl-Josef Laumann folgende Forderungen durchzusetzen:

1. Alle niedergelassenen Hausärzt*innen werden so schnell wie möglich in die Impfstrategie mit einbezogen. Auf jeden Fall noch vor Ende März muss flächendeckend durch den ortsansässigen Hausarzt/ärztin eine Covid-Impfung möglich sein. Es ist nicht ausreichend, bis Ende März fünf Schwerpunktpraxen in Siegen-Wittgenstein zu installieren. Zudem sollen diese lediglich über 80jährige mit Biontech impfen. Das ist zu wenig! Grippeschutzimpfungen finden  auch durch die niedergelassenen Hausärzte*innen statt, so dass es schon eine bewährte Struktur gibt, auf die man zurückgreifen kann.  Ziel muss es sein, ortsnah und unkompliziert allen Bürger*innen zeitnah die Möglichkeit einer Impfung zu ermöglichen. Geprüft werden soll zusätzlich, ob es unorthodoxe Möglichkeiten von Impfstellen gibt wie Apotheken oder mobile Impfstellen vor Supermärkten.

2. Keine Impfdosen sollen zurückgehalten werden. Wichtig ist es, die Impfgeschwindigkeit zu erhöhen, um Mutanten und einen Anstieg von Infektionen zu verhindern. Es gibt zwar zunehmend mehr Impfstoffe, aber aufgrund fehlender Lizenzfreigabe und fehlendem Technologietransfer deckt das Angebot noch immer nicht den Bedarf. Der Abstand zwischen den Impfungen ist zu verlängern, um möglichst vielen Menschen eine Impfung zukommen zu lassen. Die erste Impfung verleiht schon einen gewissen Schutz und neueste Untersuchungen zeigen, dass dieses Impfvorgehen in Großbritannien erfolgreich ist. Alle vorhandenen Impfvorräte müssen genutzt werden. Zeitgleich ist seitens der Landesregierung jede Anstrengung zu unternehmen, die Lager für die zweite Impfung in den nächsten Monaten zu füllen.

3. Die Priorisierung ist erforderlich, solange noch nicht genug Impfstoff für alle vorhanden ist. Sie ist allerdings dahingehend zu öffnen, dass ein unbürokratischeres und insbesondere schnelleres Impfen ermöglicht wird. Das rettet Leben! Die heutige Priorisierung erfolgt qua Verordnung anhand der Stiko-Empfehlungen, hier hat der Bund versäumt, diese durch das Parlament demokratisch legitimieren zu lassen. Das rächt sich, indem bestimmte Gruppen nicht oder unzureichend berücksichtigt wurden; diesbezüglich macht es Sinn, dass Hausärzte/innen stärker individuelle Risikofaktoren berücksichtigen können und Einzelfallentscheidungen treffen können, ohne im Sinne einer Zwei-Klassen-Medizin bestimmte Personen bevorzugen.

So erklären Sylvia Gabelmann (MdB), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, und Katrin Fey, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Kreistages Siegen-Wittgenstein, übereinstimmend:

„Wir fordern eine Beschleunigung im Impfprozess zum Wohle und zum Schutz der Bevölkerung. Die anstehenden Lockerungen machen einen Schutz noch dringender, so dass jetzt der Fokus auf der Impfgeschwindigkeit liegen muss. Mit den vorhandenen Praxen haben wir eine flächendeckende Struktur, die schnell einsatzbereit und sicher ist. Herr Müller, bitte setzen Sie sich ein für zügige Impfungen durch unsere Hausärzte/innen!“

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