DIE LINKE.Siegen-Wittgenstein: Solidaritätserklärung mit der Benteler-Belegschaft

Es ist schwer, in einer solchen Situation passende Worte zu finden. Mit dem einen Auge blicken wir auf Euch, die Beschäftigten der Firma Benteler in Weidenau, denen wir unser Mitgefühl ausdrücken wollen. Mit dem anderen Auge blicken wir auf die Belegschaften derjenigen Firmen, die erst noch erfahren werden, dass Versprechen und mühsam ausgehandelte Kompromisse nichts wert sind. Benteler ist nicht die erste Firma, die zeigt, welchen Stellenwert die Arbeitnehmerschaft hat und sie wird nicht die letzte sein. Aber die Unverschämtheiten, die Ihr Euch habt anhören müssen, sind eine neue Dimension der Arroganz und eine Ignoranz, der von Euch seit Jahren erbrachten Leistung.

Doch dieses Verhalten ist die logische Konsequenz der Regierungspolitik der letzten Jahrzehnte. Stets lagen das Augenmerk und auch unsere Steuergelder auf den Interessen der Konzernen und Investoren. Stets haben Arbeiter*innen für die Fehlentscheidungen und die Profitsucht der Unternehmen die Rechnung bezahlt. Oft sogar mehrfach, so wir ihr. Erst mit Verschiebung von Lohn und Tarifzusatzleistungen, Sozialleistungen, Stundenkonten, Kurzarbeit, durch angepasste Schichtarbeit und letzten Endes mit Eurem Arbeitsplatz.

Es wird jetzt dringend Zeit, andere Prioritäten zu setzen. Das Geschwätz der letzten Jahrzehnte, dass es  Arbeiter*innen gut geht, wenn es dem Chef gut geht, sollte endgültig als Geschwätz betrachtet werden. Wir stehen alle vor gewaltigen, notwendigen Veränderungen, nicht nur im Siegerland, nicht nur in Deutschland oder Europa. Doch der Einfluss von Lobbyisten der Wirtschafts- und Finanzkonzerne hat die Gesellschaft viel Zeit gekostet und soll Euch, der Belegschaft von Benteler jetzt Eure Arbeitsplätze kosten. Wenn wir die Herausforderungen, vor denen wir stehen, erfolgreich meistern wollen, brauchen wir eine Neuausrichtung der Politik. Nicht das Kapital muss mit unseren Steuergeldern abgesichert werden. Was wir jetzt brauchen ist eine zuverlässige, auskömmliche Absicherung aller Gesellschaftsgruppen. Kein Mensch darf Angst haben, sein Einkommen, seine Wohnung und seine soziale Stellung zu verlieren, weil sich die Welt im Wandel befindet. Unsere Gesellschaft ist reich genug, um dies garantieren zu können. Aber diese Garantie, wird nicht ohne Kampf gewährt werden. Dieser Kampf wird schwer, aber notwendig sein. Ob er auch erfolgreich sein wird, wird unter anderem davon abhängen, wer sich mit wem verbündet. Die Arbeitgeberseite, die Investorenseite hat sich längst international zusammengeschlossen. Die Arbeitnehmerseite hat sich lange Zeit gegeneinander ausspielen lassen. Die Pressemitteilung Eures Betriebsrates, mit der Überschrift: „Heute wir, morgen ihr…“ verstehen wir als Aufforderung, sich endlich gemeinsam für gemeinsame Interessen einzusetzen, gemeinsam für eine solidarische Zukunft zu kämpfen. In diesem Kampf stehen wir, DIE LINKE heute an Eurer Seite.

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