DIE LINKE.Soest: Kultur ist wichtiger!

Ich will kulturelle Einrichtungen und Angebote fördern, erhalten und stärken. Ein vielfältiges und buntes Kulturleben existiert nicht nur durch die städtische KWL (Kultur und Werbung Lippstadt GmbH) und kommunale Angebote, sondern auch durch zahlreiche Lippstädter Institutionen, Vereine der freien Kulturszene, Gruppen und Einzelpersonen. Der Austausch mit Kulturschaffenden und Kreativwirtschaft ist zu verbessern.

Die freie Kulturszene muss ausreichend finanziell gefördert werden. Meine Fraktion hat sich beispielsweise dafür eingesetzt, Kürzungen beim Kunstverein zurück zu nehmen. Der Kunstverein leistet mit der Malschule für Kinder wertvolle Arbeit.

Jetzt in der Corona-Krise werden viele Kulturschaffende im Regen stehen gelassen, da sie keine Betriebskosten geltend machen können, wenn keine Veranstaltungen stattfinden. Ich fordere, die Förderung der freie Kulturszene in den kommenden Jahren aufzustocken!

Heimische Kultur rockt!

Das Wortfestival und der Synchronsprecherpreis sollen erhalten und weiterentwickelt werden. Das Kulturangebot in Lippstadt könnte aber mehr rocken! Warum nicht heimische Poetry-Slam-Künstler*innen auf der großen Bühne im Stadttheater? Warum nicht mehr heimische Bands beim Rathausplatz-Festival? 

Die Stadt soll die lokale Off- und Subkultur stärker in den Blick nehmen und fördern. Ateliers, Kreativwerkstätten, Ausstellungsräume, Proberäume für Musiker und Freiflächen für Graffiti müssen gesichert, gefördert oder bereitgestellt werden. Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderung sollen sich nicht nur um weniger Leerstände beim Einzelhandel kümmern, sondern sich um Ersatz bemühen, wenn private Clubs wie „Werkstatt“ und „Don“ schließen. Lippstadt braucht ein Kultur- und Bürgerzentrum in der Kernstadt für die heimische Szene: Kultur von den Bürger*innen für die Bürger*innen. Es soll ein lebendiger Ort für kleine Konzerte, Kunst oder Seminare werden. 

Die Thomas-Valentin-Stadtbücherei verfügt über tolle Räumlichkeiten. Sie sollten besser genutzt werden: Ich wünsche mir verlässliche Öffnungszeiten, regelmäßig Lesungen und Veranstaltungen in der Bücherei und der Alten Kapelle sowie mehr analoge und digitale Medien inklusive Onleihe und Streaming. DIE LINKE schlägt eine Befragung der Nutzer*innen vor und die Prüfung der Gründung eines Fördervereins.

Museum aufwerten!

Ich mache gerne Stadtbesichtigungen und gehe gerne ins Museum. In meiner Heimatstadt Lippstadt, ist das Museum aber lange vernachlässigt worden. Das muss sich ändern! Bis Ende 2017 gab es keine Museumsleitung. Gebäude und Ausstellung sind in keinem guten Zustand.

Das Stadtmuseum braucht ausreichende, zeitgemäße und barrierefreie Räume, um die breit gefächerte Sammlung unter anderem mit archäologischen Funden aus der Frühgeschichte, der bäuerlichen Lebens- und Arbeitswelt sowie der Stadtgeschichte endlich zeitgemäß kuratiert präsentieren zu können.

Das Palais Rose am Markt ist als Teil des Stadtmuseums im städtischen Besitz zu halten und zu sanieren. Es muss erweitert werden, um den barrierefreien Zugang zu ermöglichen und zusätzliche zeitgemäße Ausstellungsräume zu schaffen. In dem Zuge sollte auch der Marktplatz neu gestaltet werden. Da dies und die Erweiterung des Museums in der Investitionsplanung fehlt, haben wir diese stets abgelehnt. Die erhaltenswerten Gebäude Hospitalstraße 46 und 46a, wo auch das Museumsdepot eingerichtet wird und Ursprünge der Hella liegen, will ich einer kulturellen Nutzung zuführen.

Die Sanierung des Stadttheaters war insbesondere aus Brandschutzgründen notwendig. Die Umgestaltung des Foyers mit mehr Barrierefreiheit, Aufzug und Behindertentoilette begrüße ich. Problematisch ist, dass Rollstuhlfahrer*innen nach dem Umbau nur noch seitlich der Bühne und in den letzten Reihen Platz finden.

Kunst im öffentlichen Raum ist zu katalogisieren, und es ist ein Konzept für die Aufstellung von Kunst im öffentlichen Raum zu erarbeiten. Es muss künftig vermieden werden, dass Künstler*innen Kunstwerke für den öffentlichen Raum spenden und von dieser Spende aufgrund der Lippstädter Bürokratie wieder zurücktreten. Das beschlossene langwierige Verfahren mit Beteiligung von Gestaltungsbeirat und Schul- und Kulturausschuss ist ein Bürokratiemonster und soll abgeschafft werden.

Kultur für jeden Geldbeutel!

Für uns LINKE ist kommunale Sozial- und Kulturpolitik untrennbar verwoben. DIE LINKE kämpft für bezahlbaren Zugang für alle Menschen zu kulturellen Veranstaltungen, in die Volkshochschule, ins Theater, in die Musik- und Malschule und in die Stadtbücherei. Verteuerungen lehne ich ab. 

Dass Kinder in der Stadtbücherei Ausleihgebühren bezahlen müssen, wurde auf Initiative der LINKEN wieder abgeschafft: Leider müssen sie ab 12 Jahre Gebühren entrichten, das

 finde ich nicht richtig. Mit Ausnahme von Gebühren für Anmeldung und mögliche Versäumnisgebühren sollen alle Menschen die Thomas-Valentin-Stadtbücherei kostenfrei nutzen können. In ersten Schritten sollte die Nutzung für alle Kinder, Jugendlichen, Studierenden und einkommensschwachen Menschen kostenfrei sein. Unser Ziel ist: Kostenfreie Inanspruchnahme der Stadtbücherei für alle!

Die Ermäßigungen, die der Familienpass bei Volkshochschulkursen, Kulturveranstaltungen, Musikschule etc. bietet, will ich erhalten und ausweiten. DIE LINKE will, dass künftig möglichst alle mit einem geringen Einkommen wie Rentner*innen oder Niedriglohnempfänger*innen in den Genuss des Familienpasses kommen. Die Einkommensgrenzen des Familienpasses für Menschen mit Kindern sind nach über 10 Jahren Stillstand 2018 angepasst worden. DIE LINKE fordert eine weitere Anpassung, so dass mehr Familien und Alleinerziehende einbezogen werden.

DIE LINKE fordert kostenfreie musische Förderung von Kindern von Leistungsbezieher*innen über das Bildungs- und Teilhabepaket und andere Projekte, wie den Kulturrucksack, hinaus. Übungsinstrumente sollen mietfrei leihweise zur Verfügung gestellt werden.

Die Eintrittskarten von freien Plätzen im Theater werden kostenlos an Grundsicherungsempfänger*innen abgegeben. Dieses Angebot muss bekannter gemacht werden.

Antifaschismus ist deutsche Staatsräson und Bürger*innenpflicht! 

Ich habe in der Vergangenheit erfolgreich angeregt, dass die Gedenktafel an das KZ-Außenlager in der Hospitalstraße wieder angebracht wurde und dass in Lippstadt „Stolpersteine“ zum Gedenken an ermordete Jüd*innen verlegt werden. Nie wieder Faschismus! 

Diesen Text hat Michael Bruns für die Zeitung „Lippstadt am Sonntag“ (09.08.2020) geschrieben.

Nachrichtenquelle: Read More