DIE LINKE.Thüringen: Trans Day of Visibility

Seit 2009 wird der Trans Day of Visibility international begangen und soll – neben dem Trans Day of Remembrance, der ermordeten transgeschlechtlichen Menschen gedenkt – die Möglichkeit bieten, das Leben von Transsexuellen und Transgender sichtbar zu machen und zu feiern.

Ein freies Leben ist für Transsexuelle, Transgender und weitere Gruppen aus der LSBTTIQ*-Community keine Selbstverständlichkeit. Die Existenzen und das Sein werden aufgrund gesellschaftlicher und rechtlicher Ebenen immer wieder marginalisiert und bedroht. Treten Trans* in die Öffentlichkeit, haben sie mit Spott, Hass und Gewalt zu rechnen. Deshalb muss die Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit wie bspw. Film und Fernsehen, auch mit dem Schutz durch Zivilgesellschaft und staatliche Institutionen einhergehen.

Deswegen fordern wir, die Landesarbeitsgemeinschaft Queer der Linken Thüringen die Erweiterung der Polizeikriminalstatistik, um politisch motivierte Straftaten aufgrund der Sexualität oder sexuellen Identität sichtbar zu machen. Davon erwarten wir uns eine höhere Sensibilität für diese Deliktbereiche und eine Verbesserung in Nachbereitung und Verfolgung.Unsere zweite Forderung ist die eine:r LSBTTIQ*-Beauftragte:n für die Thüringer Landespolizei. Damit wird Polizei und Betroffenen eine Anlaufstelle für queerphobe Strafdelikte geschaffen. Betroffene berichten oft von mangelnder Sensibilität in den staatlichen Institutionen, so kann schnell und direkt nachgebessert werden.

Zudem hat der Bundestag mit der Änderung des Personenstandsgesetzes Anfang 2019 eine dritte Option beim Geschlechtseintrag („divers“) geschaffen. Die Entscheidung über den Geschlechtseintrag wird allerdings weiterhin von der Vorlage eines ärztlichen Attestes abhängig gemacht. Damit verwehrt es Menschen ein diskriminierungsfreies Leben in ihrem Identitätsgeschlecht und lässt weiter genitalverändernde Operationen an intergeschlechtlichen Kindern zu, die medizinisch nicht notwendig sind. Das bestehende Transsexuellengesetz ist durch ein zeitgemäßes Gesetz zur Anerkennung der selbstbestimmten Geschlechtsiden¬tität (Selbstbestimmungsgesetz) zu ersetzen.

Dazu muss der Antrag der Linke „Fremdbestimmte Operationen an trans-und intergeschlechtlichen Menschen – Aufarbeiten, Entschuldigen und Entschädigen“ im Bundestag soll Berücksichtigung finden-alle trans* und inter* Menschen, die schon vor 2019 zwangsterilisert geworden sind, müssen entschädigt werden.

Nachrichtenquelle: Read More